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Hohe Risikoprämien : Deutsche Bank könnte Finanzierungsprobleme bekommen

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Die Deutsche Bank muss ungewöhnlich hohe Aufschläge bei Risikoprämien für Euro-Schuldverschreibungen zahlen. Bild: Reuters

Die Deutsche Bank muss einem Bericht der „Financial Times“ zufolge seit Anfang des Jahres ungewöhnlich hohe Risikoprämien für Euro-Schuldverschreibungen zahlen. Was ist da los?

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          Die Deutsche Bank hat für ein führendes internationales Bankinstitut in den vergangenen Wochen ungewöhnlich hohe Aufschläge bei Risikoprämien für sogenannte Euro-Schuldverschreibungen zahlen müssen. Dies berichtet die „Financial Times“ am Montag.

          Laut dem Bericht musste das größte deutsche Bankhaus beispielsweise für eine zweijährige Anleihe in Höhe von 3,6 Milliarden Euro einen Aufschlag von 180 Basispunkten über der Benchmark zahlen. Die Financial Times berichtet ebenso, unter Verweis auf Daten des Dienstleisters IFR, dass die Bank auch bei einer über sieben Jahre laufenden Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro den Schuldnern einen Aufschlag von 230 Basispunkten über der Benchmark habe zahlen müssen.

          Zum Vergleich: Laut IFR-Daten habe die spanische Caixa, die größte Privatkundenbank Spaniens, jüngst eine fünfjährige Anleihe mit einem Aufschlag von 225 Basispunkten aufgenommen. Das zeigt, dass die Zinssätze für die Deutsche Bank hoch seien und sich für das Unternehmen eine neue Situation ergeben könnte.

          Michael Hünseler, Leiter des Kreditportfoliomanagements bei Assenagon, wird von der britischen Zeitung in diesem Zusammenhang mit den Worten zitiert: „Die Deutsche Bank muss deutlich höhere Risikoprämien zahlen als fast alle anderen großen europäischen Banken“. Das könnte zum großen Problem der Bank werden. Eine billige Anleihenfinanzierung war jahrzehntelang der Eckpfeiler des Wettbewerbsvorteils des Bankhauses und könnte das Unternehmen nun im internationalen Wettbewerb um Anleiheemissionen zurückfallen lassen.

          Die hohen Zinszahlungen könnten nun die Deutsche Bank aus Transaktionen mit einigen ihrer wichtigsten institutionellen und Unternehmenskunden bringen, schreibt die Zeitung weiter und verweist auf entsprechende Analystenkommentare. Dies wiederum würde den Marktanteil in wichtigen Geschäftsbereichen verringern.

          „Für uns ist es jetzt ein zentrales Anliegen, die Finanzierungskosten zu senken und die Kreditratings zu verbessern", sagte Finanzvorstand James von Moltke laut der Zeitung vor einigen Wochen gegenüber Investoren und Analysten. Der Bericht der „Financial Times“ weckt jedoch Zweifel, inwieweit die Deutsche Bank die Kosten im Griff hat und ob es der richtige Weg ist, das Geschäft am Anleihemarkt mit so hohen Zinssätzen zu führen.

          DT. BANK

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          An der Börse scheint der Bericht der Financial Times bisher keine große Rolle zu spielen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank legt um 1,8 Prozent auf 7,32 Euro zu.

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