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Rekord-Ergebnis : JP Morgan verdient 31 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

JP Morgan, Amerikas größte Bank, hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Bild: Reuters

Amerikas größte Bank verdient in einer Woche so viel wie die Deutsche Bank im Jahr. Auch der Mitbewerber Wells Fargo steigert durch einen Sparkurs den Gewinn. Analysten sind aber von beiden Geldhäusern enttäuscht.

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          Die größte amerikanische Bank JP Morgan hat 2018 dank guter Geschäfte an den Finanzmärkten, ihrer breiter Aufstellung und niedrigerer Steuern so viel verdient wie noch nie. Daran konnte auch das schwächelnde Geschäft an den Anleihemärkten zum Jahresende hin nichts ändern. Der Gewinn stieg demnach um 36 Prozent auf fast 31 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro), wie die Bank mitteilte. Die Erträge legten um etwas mehr als 6 Prozent auf 111,5 Milliarden Dollar zu.

          Die von Bloomberg befragten Experten hatten allerdings mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet. Vor allem die Sparte, die mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen handelt und auf die Investoren ein besonderes Augenmerk haben, enttäuschte. Sie war im vierten Quartal 2018 so schwach wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Die Aktie der mit einem Börsenwert von deutlich mehr als 300 Milliarden Dollar teuersten Bank der Welt gab vorbörslich um rund zwei Prozent nach.

          Das Abschlussquartal sei herausfordernd gewesen, sagte Bankchef Jamie Dimon. Trotz der Probleme in den letzten Monaten des Jahres habe die Bank aber ein zufriedenstellendes Ergebnis im Anleihegeschäft erzielt. Zudem sei es in den anderen Bereichen glänzend gelaufen. „2018 war einmal mehr ein starkes Jahr für die Bank mit einem Rekord bei den Erträgen und beim Gewinn“, sagte er und meinte, dass es selbst ohne die Effekte der von Präsident Donald Trump initiierten Steuerreform ein Rekordergebnis gegeben hätte.

          Weit enteilt

          Das Ergebnis zeigt deutlich wie weit die amerikanischen Häuser bis auf wenige Ausnahmen der internationalen Konkurrenz enteilt sind. Gerade für die Deutsche Bank ist der Vergleich schmerzlich. Bei der größten deutschen Bank erwarten die Analysten derzeit im Durschschnitt gerade einmal einen Überschuss von etwa 400 Millionen Euro – so viel Geld hat JP Morgan im vergangenen Jahr an gerade mal an fünf Arbeitstagen verdient.

          Das Ende der Fahnenstange ist nach Einschätzung der Experten zudem noch nicht erreicht. Die von Bloomberg erfassten Analysten rechnen in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Gewinnen – wenn auch nicht mehr so rasant wie im vergangenen Jahr. Bis 2021 soll der Überschuss bei deutlich anziehenden Erträgen auf fast 36 Milliarden Dollar steigen.

          Neben JP Morgan hat auch Wells Fargo am Dienstag Bilanz gezogen und mitgeteilt, dass man im vergangenen Jahr nur dank geringerer Kosten mehr verdient habe. Der Gewinn legte 2018 um ein Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) zu, wie die Bank mitteilte. Bei den Erträgen musste Wells Fargo einen Rückgang um rund zwei Prozent auf 86,4 Milliarden Dollar hinnehmen.

          Damit konnte die Bank von der Westküste, die nach Skandalen wegen fingierter Konten und anderer dubioser Vertriebspraktiken immer noch mit Image-Problemen kämpft, nicht mit den deutlichen Zuwächsen der Citigroup und von JP Morgan mithalten. Zudem wurden die Erwartungen der Experten verfehlt.

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