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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert freundlich

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Gute Vorgaben haben den deutschen Standardwerten am Freitag ins Plus verholfen. Der Dax stieg wieder über die Marke von 6000 Punkten. Solarwerte jedoch stehen unter Druck. Ein Händler verwies auf Berichte, wonach die Förderung des Solarstroms bereits im April gekürzt werden soll.

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          Gute Vorgaben haben den deutschen Standardwerten am Freitag ins Plus verholfen. Der Dax stieg wieder über die Marke von 6000 Punkten und rückte zuletzt um 0,56 Prozent auf 6022 Zähler vor. Für den MDax ging es um 0,50 Prozent auf 7985 Punkte nach oben. Der TecDax verlor indes 0,47 Prozent auf 859 Zähler. Im deutschen Markt legten die Titel des Chipherstellers Infineon im Kielwasser guter Zahlen des amerikanische Branchenkollegen Intel um 1,11 Prozent auf 4,208 Euro zu. Metro-Titel hielten sich dank des Zahlenwerkes des französischen Konkurrenten Carrefour ebenfalls besser als der Gesamtmarkt und stiegen um 0,67 Prozent auf 40,545 Euro. Die Papiere von SMA Solar aber sackten am TecDax-Ende um 6,56 Prozent auf 96,90 Euro ab und die Titel von Solarworld fielen um 4,27 Prozent auf 15,005 Euro. Ein Händler verwies auf Berichte, wonach die Förderung des Solarstroms bereits im April gekürzt werden soll.

          Deutsche Anleihen: Weitere Kursgewinne zum Start

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Freitag mit weiteren Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg im frühen Handel um 0,12 Prozent auf 122,39 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf 3,28 Prozent. Experten rechnen am Freitag allerdings mit einer insgesamt schwächeren Tendenz am Rentenmarkt. Druck auf die Kurse dürften vor allem die zahlreichen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten auslösen, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Am Nachmittag werden unter anderem Zahlen zur Industrieproduktion und zur Verbraucherstimmung veröffentlicht. Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 121,80 und 122,70 Punkten.

          Technik und „Blödsinns-Story“ setzen Euro unter Druck

          Der Euro ist im asiatischen Devisengeschäft zum Dollar unter Druck gekommen, zu Beginn des europäisch geprägten Währungshandels fängt er sich am Freitagmorgen allerdings knapp über der Marke von 1,44 Dollar. „Nach dem Fall unter die untere Begrenzung der Handelsspanne der vergangenen drei Tage bei 1,4450 Dollar wurden Stop-Loss-Orders ausgelöst“, erklärt Ulrich Leuchtmann, Chef des Devisen-Researchs der Commerzbank. Auslöser des Rutsches unter diese technisch wichtige Marke sei wohl das Gerücht über einen Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewesen. „Da wurde offenbar ein Artikel des 'Time Magazine' deutlich überinterpretiert. Diese Blödsinns-Story wurde noch dazu von dünnen Umsätzen begünstigt“, so Leuchtmann. Auch die Bundesregierung hat die Spekulationen mittlerweile als „frei erfunden“ bezeichnet. Für neue Impulse an den Währungsmärkten dürfte im Laufe des Tages die prall gefüllte Agenda der Konjunkturdaten sorgen. Höhepunkt ist dabei die erste Umfrage der Universität Michigan zur Stimmung der amerikanische Verbraucher im Januar. „Positive Indikationen gab es von den weniger beachteten IBD/TIPP- und RBC-Cash-Umfragen, wohingegen die ABC-Umfrage in dieser Woche deutlich enttäuschte“, sagt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Per saldo sehe er vor dem Hintergrund dieser Zahlen kein positives Überraschungspotential gegenüber der Konsensschätzung eines Anstiegs auf 74,0 Punkte. Darüber hinaus stehen die amerikanischen Verbraucherpreise im Dezember auf dem Programm. Hier erwarten Ökonomen einen Anstieg um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auch die amerikanische Industrieproduktion für Dezember und der Empire-State-Index für Januar dürften das Interesse der Marktteilnehmer finden. Schließlich könnte noch die Veröffentlichung der Geschäftszahlen von J.P. Morgan für das vierte Quartal die Wechselkurse bewegen. Hier lautet der Analystenkonsens auf einen Gewinn von 0,62 Dollar je Aktie. Charttechnische Unterstützungen des Euro zum Dollar macht die Landesbank Hessen-Thüringen bei 1,4400 Dollar und 1,4370 Dollar aus. Widerstände lokalisiert sie bei 1,4450 Dollar, 1,4500 Dollar und 1,4555 Dollar. Die Feinunze Gold kostet am Freitagmorgen 1.138,60 Dollar, am Donnerstagnachmittag wurde sie in London mit 1.138,25 Dollar festgestellt.

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