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Deutsche Aktienindizes : Fliegt Porsche aus der MDax-Kurve?

  • Aktualisiert am

Schon bald draußen? Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Bild: dpa

Am heutigen Dienstagabend wird die Zusammensetzung der deutschen Aktienindizes überprüft. Veränderungen deuten sich nur unterhalb des Dax an.

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          Es spricht einiges dafür, dass die 30 Dax-Vertreter in der aktuellen Zusammensetzung noch eine Weile in trauter Einigkeit zusammen bleiben. Wenn der Arbeitskreis Indizes an diesem Dienstagabend gegen 22.00 Uhr seine Beschlüsse bekannt gibt, dann zeichnen sich beim wichtigsten und bekanntesten deutschen Kursbarometer, dem Dax, keine Veränderungen ab.

          Auf der Basis der am vergangenen Donnerstag von der Deutschen Börse veröffentlichten Daten zeigen sich keine klaren Austauschkandidaten. Anders beim Nebenwerteindex MDax und dem Nemax 50 des Neuen Marktes. Hier kündigen sich mehrere Auswechslungen an.

          Keine eindeutigen Dax-Aufsteiger ...

          In der neuesten Rangliste nimmt wie erwartet der MDax-Wert Altana mit Rang 29 bei der Marktkapitalisierung und Platz 31 beim Börsenumsatz zwar eine klare Aufstiegs-Position ein. Da der Pharmakonzern nur einen Streubesitz von rund 50 Prozent hat, werden ihm von Index-Experten keine großen Dax-Chancen eingeräumt. Auch KarstadtQuelle bewirbt sich mit den Rängen 32 und 33 um eine Dax-Aufnahme. Da der Titel aber erst jüngst aus der „1. Bundesliga“ abgestiegen ist, rechnen Analysten hier ebenfalls nicht mit einer Aufnahme in den Dax. Der dritte Kandidat im Bunde, die Beiersdorf AG, rangiert bei der Marktkapitalisierung zwar auf Platz 19, doch beim Umsatz hapert es mit Rang 41 streng genommen noch etwas.

          ... und auch keine eindeutigen Dax-Absteiger in Sicht

          Zudem fehlt ein eindeutiger „Absteiger". Der Maschinenbauer MAN und Adidas-Salomon zählen zwar bei der Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 35 Marktschwersten, weisen aber jeweils einen verhältnismäßig hohen „Freefloat“ auf. Ein kleines Fragezeichen gibt es auch bei Epcos, die hier streng genommen mit Platz 41 bei der Marktkapitalisierung die theoretische Bedingung für eine Herausnahme aus dem Dax besteht.

          Porsche droht Rauswurf

          Beim MDax wird mit Porsche voraussichtlich mindestens ein Titel ausgewechselt. Der Sportwagenhersteller weigert sich, die von der Börse geforderten Quartalsberichte vorzulegen, was zum Rauswurf führen dürfte. Beste Chancen für die Nachfolge hat der Flughafenbetreiber Fraport. Mit einer Marktkapitalisierung von gut drei Milliarden Euro und einem Börsenumsatz von 644 Millionen Euro belegt er die Plätze 44 und 50 und erfüllt damit klar die „110/110"-Regel. Weitere „Wackelkandidaten“ im MDax sind Deutz, Phoenix, Jungheinrich und VCL Medien. Größte Chancen als Nachfolger hätten Salzgitter, Beru, Gildemeister, Indus und DIS..

          Beim Nemax 50 drei Titel bedroht

          Am Neuen Markt droht mindestens drei Aktien die Entnahme aus dem Nemax 50. Gefährdet scheinen Telegate, Primacom und Constantin Film. Mit zwei Mal Rang 66 ist auch United Internet ein Wackelkandidat. Als aussichtsreichste Aufstiegskandidaten gelten GPC Biotech, Süss Microtech und AT&S.

          Marktkapitalisierung und Börsenumsatz entscheiden

          Zur Erinnerung: Maßgeblich für eine Aufnahme in Dax oder MDax sind die Marktkapitalisierung - also der Börsenwert - sowie der Aktienumsatz der Unternehmen. Wer bei beiden Werten zu den 35 größten zählt, kann in den Dax aufsteigen. Herausgenommen werden können die Aktien, die eines der beiden Kriterien nicht mehr erfüllen. Die Börse veröffentlicht monatlich die Rangliste der marktschwersten und meistgehandelten Papiere in Deutschland, auf deren Basis dann etwaige Index-Änderungen vorgenommen werden.

          Analog zu dieser so genannten „35/35"-Regel zählt für den MDax die „110/110"-Regel und für den Nemax 50 die „60/60"-Regel. Neben Marktwert und Börsenumsatz werden auch „weiche Kriterien“ wie der Streubesitz ("Free Float") oder die Branchenzugehörigkeit berücksichtigt. Voraussetzung für eine Aufnahme in die Barometer ist zudem, dass die Firmen den Übernahmekodex akzeptieren und Quartalsberichte erstellen. Wirksam würden etwaige Veränderungen zum nächsten Verkettungstermin am 19. September.

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