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Aktienmarkt : Der Zinsanstieg kennt auch Gewinner

Bild: AFP

Inflationssorgen lassen die Renditen der Staatsanleihen steigen. Das ist kein schlechtes Omen: Denn Grund ist die Zuversicht für die Wirtschaft.

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          Die steigenden Zinsen der Staatsanleihen beherrschen nun auch die Aktienmärkte. Grund sind Inflationssorgen, die sich vor allem in den Vereinigten Staaten ausbreiten. Dort ist die zehnjährige Rendite der amerikanischen Staatsanleihe am Donnerstagabend sogar über die Marke von 1,6 Prozent gestiegen – das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr und seit Ausbruch der Corona-Krise. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kratzte zeitweilig an der Marke von minus 0,2 Prozent, auch sie bewegt sich auf dem höchsten Niveau seit März 2020.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Freitag beruhigte sich die Lage etwas, der Dax konnte anfängliche deutliche Verluste im weiteren Verlauf zum Teil wieder wettmachen. Er lag am Nachmittag mit 13. 848 Punkten um rund 1 Prozent unter dem Schlussstand der Vorwoche. Viele Anlagestrategen erwarten, dass der Zinsanstieg wieder an Dynamik verlieren könnte. Fraglich ist auch, ob die Inflationssorgen wirklich großen Schaden anrichten werden. Am Freitag reagierte die Direktorin der Europäischen Zentralbank (EZB), Isabel Schnabel, darauf: Sie begrüßte den Anstieg der Nominalrenditen, weil dieser die steigenden Inflationserwartungen spiegelt.

          Darauf zielen die Kaufprogramme der EZB und auch die der Fed, auf höhere Teuerungsraten nahe der Marke von 2 Prozent. Die höheren Inflationserwartungen beruhen auf der Zuversicht in die konjunkturelle Erholung, was den Aktienmarkt zunächst unterstützen müsste. Zudem helfen steilere Zinskurven, also deutlich höhere Zinsen am langen als am kurzen Ende, den Banken, weil sie über die sogenannte Fristentransformation höhere Erträge erzielen können. Das zeigt die Kursentwicklung der Deutschen-Bank-Aktie, die in den vergangenen Handelstagen fast 8 Prozent hinzu gewonnen hat.

          Bankaktien gefragt

          Seit Jahresanfang haben sehr viele europäische Bankaktien Kursgewinne im zweistelligen Prozentbereich erzielt. Der europäische Stoxx-Bankenindex schlägt die marktbreiten Stoxx-Indizes deutlich. Der Zinsanstieg kennt also auch Gewinner. Die entscheidende Frage für die Aktienmärkte lautet, ob nun die Zeit der Nachzügler gekommen ist. Das spräche dafür, nach unterbewerteten Aktien Ausschau zu halten. Dafür waren die europäischen Bankaktien bis vor kurzem ein gutes Beispiel.

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          Interessant ist auch, dass Microsoft-Gründer Bill Gates eine Million Apple-Aktien verkauft hat. Der Glaube an eine Fortsetzung der Technologie-Hausse scheint an Grenzen zu stoßen. Hier sind schon sehr viele positive Annahmen für die künftige Gewinnentwicklung eingepreist. Möglicherweise scheint die Zeit für Umschichtungen im Aktienportfolio gekommen zu sein. Anleger sollten wählerischer werden.

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