https://www.faz.net/-gv6-a7xd5

„Favoritenwechsel“ für Anleger : Der neue Boom der Schwellenländer

Der stärkste Aktienmarkt im Corona-Jahr 2020: Südkorea Bild: AP

Viele Schwellenländer sind viel weniger schwer von Corona betroffen als Europa und Amerika. Doch nicht nur das macht sie für Investoren jetzt attraktiv.

          4 Min.

          Für einige chinesische Aktien ist das neue Jahr turbulent gestartet. Das Hin und Her um die von Donald Trump beorderte Verbannung einiger Telekom-Unternehmen vom amerikanischen Aktienmarkt ließ die Kurse heftig schwanken. Wie es unter dem neuen Präsidenten Joe Biden weitergeht im Wirtschaftskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China lässt sich noch nicht absehen. Ungeachtet dieser Unsicherheit zeigt sich aber eine ganze Reihe von Finanzakteuren derzeit überzeugt davon, dass nun die Zeit gekommen ist, wieder im großen Stil in China und in Schwellenländer insgesamt zu investieren.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Für viele Investoren werden die Schwellenländer nun wieder interessant“, sagt etwa Frank Stefes, der für den amerikanischen Vermögensverwalter State Street das Geschäft mit institutionellen Investoren in Deutschland leitet. Er ist mit dieser Einschätzung alles andere als allein. „Investoren haben die Schwellenländer entdeckt“, befindet auch Claus Born von der Investmentgesellschaft Franklin Templeton. Und auch die Schweizer Großbank Credit Suisse hat Aktien aus den Schwellenländern kürzlich auf „Übergewichten“ gesetzt. Robustes Wachstum und steigende Erträge in Asien, insbesondere in China, dürften unterstützend wirken und für eine anhaltende Outperformance sprechen, hieß es vom Investment-Kommittee der Schweizer Großbank. Auch für andere aufstrebende Märkte erwarten die Schweizer, dass sich die Wirtschaftsaussichten verbessern. „Insgesamt sind die Aktien in den Schwellenländern günstiger bewertet als in den Industriestaaten“, sagt Born und spricht von einem Abschlag von rund 30 Prozent.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.
          Marieke Lucas Rijneveld, 1991 in Nieuwendijk geboren

          Streit um Gorman-Übersetzung : Alles bewohnbar

          Darf eine weiße Person Amanda Gormans Gedichtband ins Niederländische übertragen? Nach scharfer Kritik gab Marieke Lucas Rijneveld den Auftrag zurück – und antwortet mit einem Gedicht.
          Auf diesem vom Präsidentenamt von El Salvador veröffentlichten Bild überwacht ein Polizist zahlreiche tätowierte Gefängnisinsassen. Im Kampf gegen die Bandengewalt hatte El Salvadors Präsident eine Isolierung aller Häftlinge angeordnet.

          Bukele in El Salvador : Wie ein Präsident die Mordrate halbierte

          El Salvadors Präsident Bukele trägt Baseballkappen und Lederjacken. Er ist ungewöhnlich beliebt. Kein Wunder: Er hat die Mordrate mehr als halbiert. Wie ist ihm das gelungen?