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Wetten gegen den Börsenkurs : Der Leerverkäufer, vor dem sich Unternehmen fürchten

  • -Aktualisiert am

„Ich bin hier, um Geld zu verdienen, ich bin keine Wohltätigkeitsorganisation“, sagt Fraser Perring. Bild: Grey Hutton für Manager Magazin

Die Investmentfirma Viceroy wettet gegen börsennotierte Unternehmen, die sie für korrupt oder schlecht verwaltet hält und veröffentlicht dann angebliche Unregelmäßigkeiten. Fällt der Aktienkurs stark, verdient sie daran. Der Kopf dahinter: Fraser Perring.

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          „Die Adler-Gruppe ist ein zusammengenähter und überschuldeter Schrotthaufen, der nur zum Nutzen einer geheimnisvollen, kleptokratischen Kabale betrieben wird.“ Die Schlussfolgerungen des 61-seitigen Berichts der Investmentfirma Viceroy über die Immobiliengruppe, der am 6. Oktober veröffentlicht wurde, hätten kaum vernichtender sein können. Die Reaktion des Marktes war ebenso dramatisch: Der Aktienkurs von Adler fiel an diesem Tag um 30 Prozent und hat sich seitdem nicht mehr erholt. Die Immobiliengruppe Adler, die ihren Hauptsitz in Luxemburg hat und 70. 000 Wohnungen in ganz Deutschland besitzt, hat die Vorwürfe in vollem Umfang bestritten, aber das Urteil von Viceroy bleibt unverändert: Das Immobilienkonglomerat sei „nicht investierbar“.

          Die Strategie von Viceroy funktioniert so: Die Investmentfirma wettet gegen börsennotierte Unternehmen, die sie für korrupt oder schlecht verwaltet hält, und veröffentlicht dann die angeblichen Unregelmäßigkeiten. Ziel ist es, den Aktienkurs zu drücken. Je tiefer die Aktie von Adler fällt, desto mehr Geld verdient Viceroy.

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