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Kampf mit dem Dollar : Der Euro schlägt sich in der Corona-Krise wacker

Als Reservewährung ist der Euro weniger gefragt. Bild: dpa

In der Pandemie ist die Bedeutung des Euro als internationale Währung etwas gesunken. Zumindest einen solchen Einbruch wie in der Eurokrise erlebe die Währung auf den internationalen Märkten aber nicht, hebt die EZB in einem Bericht hervor.

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          In der Corona-Krise hat der Euro hat sich bislang ganz wacker geschlagen. Das geht aus einem Bericht zur internationalen Rolle des Euro hervor, den die Europäische Zentralbank am Mittwoch vorgestellt hat. EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta sagte bei der Vorstellung des Berichts, es sei „typisch für Krisen“, dass internationale Investoren in solchen Zeiten sichere Anlagen in Dollar bevorzugten. Anders als etwa in der Eurokrise habe es aber in dieser Krise international keinen starken Rückschlag für den Euro gegeben. Wenn man die Währungen zu konstanten Wechselkursen vergleiche, habe die internationale Bedeutung des Euro beispielsweise als Währungsreserve, aber auch für internationale Anlagen und Schulden leicht abgenommen. Berücksichtige man den stärkeren Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar, dann sei der Anteil des Euro insgesamt sogar leicht gestiegen. Sein Anteil unter den verschiedenen Währungen im internationalen Geschäft, gemessen an einem „Korb“ von Indikatoren, liege bei etwa 19 Prozent und damit weiterhin klar hinter dem Dollar, aber deutlich beispielsweise vor dem japanischen Yen und dem chinesischen Renminbi.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          EZB-Präsidentin Christine Lagarde hob in dem Bericht hervor, der Anteil des Euro an ausstehenden internationalen Krediten, in den Beständen der festverzinslichen Wertpapiere und als Rechnungswährung für Warenimporte aus Nicht-Euroländern bleibe weitgehend stabil. Der Anteil des Euro an den internationalen Währungsreserven hingegen sei zurückgegangen, ebenso wie bei Anleihen in aller Welt und bei internationalen Einlagen. Immerhin mehr als 50 Prozent Anteil habe der Euro im vergangenen Jahr aber bei der Emission von sogenannten grünen Anleihen gehabt, einem kleinen, aber stark wachsenden Segment des internationalen Anleihemarktes.

          Der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar hat im Krisenverlauf deutlich zugelegt. Die Aufwertung habe rund 9 Prozent betragen, heißt es in dem Bericht. Die zentrale Rolle dabei habe die geldpolitische Lockerung in den Vereinigten Staaten gespielt. Der Anteil des Euro an den offiziellen Währungsreserven in aller Welt ging um 0,7 Prozentpunkte zurück auf 21,2 Prozent. Der Anteil des Dollar an den Währungsreserven war etwa stabil bei rund 59 Prozent, wenn man konstante Wechselkurse betrachtet. Bezieht man die Dollar-Abwertung mit in die Betrachtung ein, war der Anteil rückläufig um rund 2 Prozentpunkte. Manche Manager von Währungsreserven hätten den schwächeren Wechselkurs für Zukäufe genutzt, heißt es in dem Bericht. 

          Negativzinsen schrecken ab

          „Der Euro bleibt die zweitbedeutendste Währung nach dem Dollar“, sagte Panetta. Er räumte aber ein, dass die sehr niedrigen und zum Teil negativen Zinsen auf viele Geldanlagen in Euro diese für manche Investoren unattraktiv machten. Auch das habe die internationale Rolle des Euro zuletzt geschwächt. Das EZB-Direktoriumsmitglied verteidigte die Negativzinspolitik der Notenbank gleichwohl. Kurzfristig beeinträchtigten negativ verzinste Geldanlagen die internationale Rolle des Euro zwar. Aber weil die Geldpolitik damit Schocks absorbiere und so zu Preisstabilität und Wachstum beitrage, seien die Vorteile auch für Investoren langfristig größer. „Der Nettoeffekt ist klar positiv“, meinte das EZB-Direktoriumsmitglied. Panetta hob hervor, die EZB betreibe keine gezielte Politik, die internationale Bedeutung des Euro hochzutreiben. Gleichwohl beobachte sie die Entwicklung sehr genau.

          Als einen Schwachpunkt für die Bedeutung des Euro im Vergleich zum Dollar machte Panetta das Fehlen eines ausreichend großen Angebots an sicheren Anlagen in der Eurozone aus. Deutsche Bundesanleihen spielten hier eine wichtige Rolle. Auch die in der Krise begebenen Anleihen der Europäischen Union vergrößerten das Angebot. Trotzdem sei das Gesamtvolumen kein Vergleich zu dem, was in den Vereinigten Staaten an US-Staatsanaleihen in Dollar zur Verfügung stehe. Die EU-Anleihen würden von auswärtigen Investoren gern aufgenommen, ihre Wirkung auf die internationale Rolle des Euro aber sei eingeschränkt dadurch, dass diese Programme zeitlich und vom Volumen her begrenzt seien. Wenn der Euro als Weltwährung insgesamt mehr Bedeutung bekommen sollte, wäre insbesondere eine Verbesserung des Angebots an sicheren Anlagen in der Eurozone etwa durch eine insgesamt stärkere Integration oder zumindest die Herstellung der Kapitalmarktunion notwendig.

          Wer darf den Digitaleuro nutzen?

          Betrachtet hat die EZB, gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds, auch die Nutzung des Euro außerhalb der Eurozone. Insbesondere in Osteuropa, aber auch in Teilen Afrikas übernehmen der Euro gewisse Funktionen gleichsam als Parallelwährung. Die Ausfuhr von Euro aus der Eurozone sei im Krisenverlauf allerdings geringer gewesen als sonst, was auch mit Beschränkungen im internationalen Handel zu tun haben dürfte.   

          Auch der künftige digitale Euro könne Auswirkungen auf die internationale Bedeutung des Euro haben. Panetta sagte, wenn die Notenbank in den kommenden Wochen beschließen sollte, dieses Projekt umzusetzen, müsse sie das im Blick haben. „Der digitale Euro ist ein Thema, das mit sehr am Herzen liegt“, hob das EZB-Direktoriumsmitglied hervor. Aber ebenso, wie man in der Eurozone Instabilität vermeiden und verhindern müsse, dass in Krisen alle Leute ihr Geld bei der Bank abheben und in digitale Euro stecken, müsse man auch international aufpassen. Gerade in manchen Schwellenländern mit unzureichender finanzieller Stabilität könnte es für Menschen attraktiv sein, statt der eigenen Währung den digitalen Euro zu nutzen. Wenn es zu großen Geldströmen aus Schwellenländern in den digitalen Euro komme, könnten Turbulenzen entstehen. Auch das müsse die Notenbank hinsichtlich des Zugangs von Nicht-Eurozonen-Bürgern zum digitalen Euro berücksichtigen.   

                                 

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