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Aktionär Bundesregierung : Pech und Pannen in der Commerzbank

  • -Aktualisiert am

Blick auf die Commerzbank-Zentrale Bild: dpa

Mit Ach und Krach hat die Commerzbank einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gefunden. Der Bund als Großaktionär macht keine gute Figur.

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          Seit der Finanzinvestor und zweitgrößte Aktionär Cerberus in der Commerzbank im Sommer 2020 mit seiner berechtigten Kritik an der Geschäftsführung ein Beben in Vorstand und Aufsichtsrat auslöste, kommt das teilverstaatlichte Kreditinstitut nicht zur Ruhe. Vier Vorstands- und zwei Aufsichtsratsmitglieder, darunter die Vorsitzenden, haben im Vorjahr die Bank verlassen. In diesem Jahr musste schon der neue Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, und sein potentieller Nachfolger Andreas Schmitz schmiss von sich aus hin.

          Die Bundesregierung machte erst eine schlechte Figur, als sie im Sommer Cerberus gewähren ließ, dann aber nicht vorbereitet war und sich Absagen für den Aufsichtsratsvorsitz einfing. Dann kam mit Vetters unerwartetem Ausscheiden Pech hinzu. Zuletzt zeigte das Bundesfinanzministerium bei der Wahl von Schmitz erst Unwissen und dann Gereiztheit über Cum-Ex. Am Ende dieser Kette aus Pleiten, Pech und Pannen folgt auf Landesbanker Vetter, der Cerberus schon nicht gut genug war, der Volksbanker Helmut Gottschalk.

          Die Personalie zeigt einerseits, dass der Aufsichtsratsvorsitz der Commerzbank nicht attraktiver geworden ist. Andererseits sollte niemand Gottschalk unterschätzen. In der DZ Bank hat er mit Zähigkeit viel umgesetzt, eine Fähigkeit, die in der Commerzbank zuweilen fehlt.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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