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Bezahlriese : Paypal macht weniger Umsatz und streicht Stellen

  • Aktualisiert am

Bezahlen per Paypal gilt als besonders bequem Bild: dpa

In Deutschland nutzen 23 Millionen Privatkunden den amerikanischen Online-Bezahldienst. Jetzt meldet das Unternehmen schwache Zahlen und will an seinem Berliner Standort massiv Stellen streichen. Darunter leidet auch der Aktienkurs.

          Der Online-Bezahldienst Paypal hat Anleger mit einer Senkung des Geschäftsausblicks vor den Kopf gestoßen. Das Unternehmen aus dem amerikanischen Silicon Valley kürzte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2019 deutlich zusammen, woraufhin der Aktienkurs nachbörslich um knapp sieben Prozent nachgab. Im vorbörslichen Handel am Donnerstag gab es noch ein Minus von über drei Prozent. Statt Erlösen von bis zu 18,1 Milliarden Dollar stellt Paypal jetzt nur noch maximal 17,8 Milliarden in Aussicht.

          Paypal liegt mit seinem Marktanteil bei Onlinezahlungen in Deutschland weit vorn. Doch international hat das Unternehmen Konkurrenz bekommen, etwa durch den niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen. Der scharfe Wettbewerb in der Branche der Zahlungsdienste könnte mit ein Grund für den Umsatzrückgang sein.

          Dabei konnten sich die Ergebnisse für das abgelaufene zweite Quartal noch gut sehen lassen. Dank des boomenden Online-Handels kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar, wie die ehemalige Ebay -Tochter am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen San Jose mitteilte. Der Nettogewinn schoss sogar um 56 Prozent auf 823 Millionen Dollar (739 Mio Euro) in die Höhe.

          Am Berliner Standort im Stadtteil Wilmersdorf gehen unterdessen die Pläne für eine Neustrukturierung weiter. Wie Ende Juni bekannt wurde, will das Unternehmen dort 309 von aktuell 355 Stellen streichen. Teile der Aufgaben sollen künftig von Mitarbeitern anderer Standorte übernommen werden.

          Am 18. Juni seien dem Betriebsrat die Pläne vorgelegt worden, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. In enger Zusammenarbeit werde nun ein Sozialplan erarbeitet. Auch die „Bildzeitung“ berichtet in ihrer Onlineausgabe über einen Rauswurf fast aller deutscher Mitarbeiter. Ein Vertreter der Gewerkschaft Verdi kritisierte die Streichungen in der Zeitung als „Sauerei“. Paypal zahle kaum Steuern in Deutschland und setze nun auch noch Leute vor die Tür.

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