https://www.faz.net/-gv6-15a1b

Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert schwächer

  • Aktualisiert am

Die Furcht der Anleger vor einer Ausweitung der griechischen Schuldenkrise auf andere Euro-Staaten hat den Dax am Mittwoch erneut belastet. Gegen 10.31 Uhr verliert der Dax 1,5 Prozent auf 6.067 Punkte und notiert damit unterhalb der Unterstützung bei 6.150 Punkten.

          12 Min.

          Die Korrektur am deutschen Aktienmarkt setzt sich am Mittwoch verlangsamt fort. Gegen 10.31 Uhr verliert der Dax 1,5 Prozent auf 6.067 Punkte und notiert damit unterhalb der Unterstützung bei 6.150 Punkten. Übergeordnetes Themas sei weiter die Lage in Griechenland, so Händler. Selbst die zahlreichen Unternehmensdaten fänden da kaum Gehör. „Dass die Zahlen überwiegend gut sind, daran hat sich der Markt gewöhnt“, heißt es. Der Überraschungseffekt greife daher eher bei negativen Abweichungen.

          Auf großes Interesse dürften am Berichtstag die Treffen zwischen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit Vertretern der Bundestagsparteien oder zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit IWF-Direktor Strauss-Kahn und Weltbank-Präsident Zoellick werden. Nach Einschätzung eines Kreditanalysten muss eine Lösung in der Griechenland-Frage lange vor dem nächsten Refinanzierungstermin am 19. Mai gefunden werden. „Drei weitere Wochen halten die Finanzmärkte diesen Druck nicht aus“, so der Kommentar.

          „Mit den Rating-Abstufungen für Portugal und Griechenland und dem damit verbundenen neuerlichen Stresstest für den Euroraum steht der Markt auf der Kippe“, sagt ein Händler. Lediglich eine schnelle Lösung der griechischen Refinanzierungsprobleme oder eine überraschend positive Wortwahl der Federal Reserve bei ihrer Zinsentscheidung am Abend könne für eine Fortsetzung der bislang positiven Stimmung sorgen. Es wird allgemein erwartet, dass die amerikanische Notenbank am Abend den Leitzins bei 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent bestätigen wird. Die Hauptfrage wird sein, ob Präsident Ben Bernanke in seinem begleitenden Kommentar den Passus „über einen ausgedehnten Zeitraum“ mit Blick auf die Dauer der Niedrigzinspolitik verwenden wird. Technische Analysten hoffen, dass der Dax seine Unterstützung um 6.150 Punkte im Tagesverlauf zurückerobern kann.

          Unter Druck steht zur Eröffnung weiterhin der Finanzsektor. Investoren sorgen sich um die Anleihepositionen aus der Euro-Zone in den Büchern der Institute. Auch die Diskussion, ob der Bankensektor an den Kosten eines möglichen Rettungspakets beteiligt werden soll, liegt den Anlegern auf dem Magen. Deutsche Bank verlieren 2,1 Prozent auf 51,47 Euro, Commerzbank 2,9 Prozent auf 5,92 Euro. Die Versicherer, die am Vortag stark nachgaben, können sich dagegen recht gut halten.

          Den vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen zahlreicher Unternehmen fällt es schwer, eigene Akzente zu setzen. So heißt es „wesentlich besser“ als erwartet zu den Gewinnen bei Merck. Auch die erhöhte Prognose für das Gesamtjahr kommen im Handel gut an. Allerdings stützt Merck den erhöhten Ausblick auf die gute Lage der Flüssigkristallsparte. „Darauf hatte der Markt nach den ähnlich guten Nachrichten von LG Display schon gesetzt“, sagt ein Händler. Die Aktie verliert 1,8 Prozent. SAP verlieren trotz positiv eingestufter Geschäftszahlen 1,1 Prozent auf 36,45 Euro. „Besonders der Umsatz mit Software und Software-bezogenen Dienstleistungen (SSRS) ist mit einem Plus von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als erwartet gestiegen“, sagt ein Marktteilnehmer. Die LBBW bemängelt allerdings, dass sich die guten Lizenzumsätze nicht im operativen Ergebnis widerspiegelten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neue Corona-Maßnahmen : Treffen unter dramatischen Vorzeichen

          Vor zwei Wochen konnten sich die Ministerpräsidenten nicht einigen. Jetzt sind die Infektionszahlen kaum noch kontrollierbar. Vor dem Treffen mit Merkel fordern immer mehr Politiker und Wissenschaftler harte Einschnitte mit strikten Kontaktbeschränkungen.

          2:1 bei Lok Moskau : Die besondere Stärke des FC Bayern

          Supertorjäger Robert Lewandowski hat es schwer in Moskau. Dennoch gewinnen die Münchner auch das 13. Spiel in der Champions League in Serie. Dabei stehen zwei andere Spieler im Mittelpunkt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.