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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas schwächer

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Belastet von Kursverlusten in den Vereinigten Staaten und Japan verbucht der Dax am Freitag weitere Kursabschläge. Der Euro kann sich indes gegenüber dem Dollar und dem Schweizer Franken weiter erholen. Die globalen Finanzmärkte glichen nach wie vor einer „heißen Zone,“ heißt es.

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          Negative Vorgaben und Regulierungsängste von Anlegern haben die deutschen Aktienmärkte am Freitag weiter auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex Dax verlor 0,84 Prozent auf 5.818,58 Punkte. Der MDax sank um 0,70 Prozent auf 7.720,59 Zähler, der TecDax büßte 0,63 Prozent auf 718,68 Punkte ein. An der Wall Street hatten die wichtigsten Indizes am Vortag klar verloren, zudem notierte der Future auf den Dow Jones um 1,19 Prozent niedriger als beim Xetra-Handelsschluss am Donnerstag. In Tokio verlor der Nikkei-225-Index mehr als 2 Prozent. Impulse könnte am Vormittag der Ifo-Geschäftsklimaindex geben. Zudem stehen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der EU an.

          Die globalen Finanzmärkte glichen nach wie vor einer „heißen Zone“, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets. Daher sei die Versuchung groß, das Geld noch eine Weile lang zurückzuhalten. Ein anderer Börsianer betonte, dass die anhaltenden Sorgen um die europäische Schuldenkrise und mögliche weitere Regulierungen dazu führten, dass Investoren ihre Positionen weiter abbauen. Im Bundestag und Bundesrat stehen derweil am Freitag die Abstimmungen über den deutschen Anteil am 750-Milliarden-Rettungspaket für den Euro an.

          Im Blick waren zum Wochenschluss Aktien des Chipherstellers Infineon Technologies, sie verloren 0,93 Prozent auf 4,592 Euro. Händler verwiesen auf einen Bericht, wonach das Unternehmen nach Angaben von Vorstandssprecher Peter Bauer kein Übernahmekandidat sei - obwohl Infineon einer der kleineren Akteure auf dem Markt sei.

          Die größten Verluste im Dax mussten Papiere von K+S hinnehmen, sie sackten um 4,06 Prozent auf 36,935 Euro ab. Die Einschätzung für die Aktien des Düngemittelherstellers war von Cheuvreux von „Outperform“ auf „Underperform“ gesenkt worden, zudem wurde das Kursziel von 62 auf 35 Euro reduziert.

          Für Papiere der Aareal Bank ging es im MDax um 2,54 Prozent auf 13,410 Euro nach unten. Damit gehörten die Aktien zu den großen Verlierern im Index für mittelgroße Werte. Marktteilnehmer erwähnten in diesem Zusammenhang spekulative Berichte, wonach der Immobilienfinanzierer nicht länger an der WestLB-Tochter WestImmo interessiert ist. Weil Anleger auf eine günstige Übernahme gehofft hätten, wirkt sich dies laut Börsianern negativ aus. Dagegen verbuchten Aktien von Demag Cranes ein sattes Plus von 3,67 Prozent auf 24,415 Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass Cevian Capital einen Anteil von zehn Prozent an dem Kranbauer erworben hat.

          Die Kurse der Papiere von Continental sanken um 0,99 Prozent auf 37,615 Euro. Börsianer vermuteten, dass dies noch immer im Zusammenhang mit einer Abstufung der Ratingagentur Standard & Poor's steht. Einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge kommt diese Abstufung den Autozulieferer teuer zu stehen. S&P hatte bereits am Dienstag das langfristige Rating von 'B+' auf 'B' gesenkt. Durch die Abstufung stiegen die Zinskosten um einen zweistelligen Millionenbetrag, zitierten Händler den Bericht.

          Aktien des Minicomputer-Herstellers Kontron waren dagegen mit 0,17 Prozent bei 6,411 Euro im Plus. Am Vorabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, seine Position in den Vereinigten Staaten durch den Zukauf der amerikanische amerikanischen AP Labs-Gruppe ausgebaut zu haben. Nach Meinung von Börsianern gilt AP Labs als einer der führenden Systemintegratoren in den Bereichen Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt. Der Kaufpreis soll zwischen 30 Millionen bis 42 Millionen Dollar liegen, abhängig von zukünftigen Ergebnissen.

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