https://www.faz.net/-gv6-a07oz

Dax und Dow im Plus : Der Optimismus der Anleger hält an

  • Aktualisiert am

In der Wall Street: Blick auf die New Yorker Börse Bild: dpa

Nach der Verschnaufpause zum Handelsstart hat der deutsche Aktienmarkt wieder auf Angriff geschaltet. Auch an den amerikanischen Börsen dominiert die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft.

          3 Min.

          Die fulminante Rally an der Wall Street ist auch zu Beginn der neuen Börsenwoche nicht abgerissen. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg am Montag um 1,70 Prozent auf 27.572,44 Punkte zu. Das war der höchste Stand seit Ende Februar. Die Kurse legten auf breiter Front zu, die größten Gewinner waren Papiere aus dem Energiesektor und die von Versorgern. In der vergangenen Woche war das weltweit bekannteste Börsenbarometer um insgesamt knapp 7 Prozent nach oben geschnellt und hatte den Anlegern einen bärenstarken Juni-Auftakt beschert.

          Die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus entwickele sich verhalten, begründete Analyst Chris Hussey von Goldman Sachs die fortgesetzten Kursgewinne. Gleichzeitig gebe es für die Unternehmen große geldpolitische und fiskalische Anreize. Die Wirtschaft dürfte sich daher „auf einem guten Weg der Erholung befinden“.

          Für den S&P 500 ging es um 1,20 Prozent auf 3232,39 Zähler weiter hoch. Damit notiert der marktbreite Index seit Jahresbeginn wieder im Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg am Montag um 0,79 Prozent auf 9901,52 Zähler und setzte auf das Rekordhoch vom Freitag ein weiteres drauf.

          Boeing und Fluggesellschaften im satten Plus

          Mit großem Abstand an der Spitze des Dow lagen Boeing-Aktien mit einem Plus von mehr als 12 Prozent. Goldman Sachs hatte das Kursziel von 209 auf 238 Dollar angehoben und die Einstufung „Buy“ bekräftigt. Die Investmentbank verwies darauf, dass die Produktion des 737 Max wieder angelaufen und Boeing langfristig gut am Markt positioniert sei. Die Aktie hat bereits mehr als die Hälfte der Einbußen aus der Phase des Corona-Crash wieder aufgeholt.

          Auch Aktien der Fluggesellschaften waren zum Wochenbeginn abermals gefragt. American Airlines legten um 9,3 Prozent zu und United Airlines sogar um 14,8 Prozent. Die Bank UBS verwies auf eine starke Zunahme des Flugverkehrs in China, Asien-Pazifik und in Europa. Nach der Einigung der Opec und ihrer Partnerländer auf eine Verlängerung der Förderdrosselung waren Aktien aus dem Energiesektor gefragt. ExxonMobil stiegen um 3,1 Prozent und Chevron um 2,4 Prozent. Occidental Petroleum schnellten sogar um 17,4 Prozent nach oben.

          In der zweiten Reihe verloren Aktien des Duft- und Aromastoffherstellers IFF 1,7 Prozent. Der Konkurrent der deutschen Symrise hatte über einen Gewinnrückgang in den ersten acht Wochen des laufenden Geschäftsquartals berichtet.

          Aktien des Autovermieters Hertz schossen bei hohen Börsenumsätzen um mehr als 115 Prozent nach oben. Allein seit Mittwoch hat sich der Kurs versiebenfacht. Das Unternehmen hatte vor kurzem Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Kurstreibende Nachrichten gab es am Montag nicht. Der Euro trat zum Wochenbeginn auf der Stelle und wurde zuletzt mit knapp 1,13 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1285 (Freitag: 1,1330) Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8861 (0,8826) Euro gekostet. Am amerikanischen Rentenmarkt legten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 7/32 Punkte auf 97 21/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 0,87 Prozent.

          Wirecard zieht an

          Der Dax hat in seiner Erholungsrally eine Verschnaufpause eingelegt. Der deutsche Leitindex büßte am Montag zwischenzeitliche Gewinne ein und schloss 0,22 Prozent tiefer bei 12.819,59 Punkten. Bis zum Mitte Februar erreichten Rekordhoch fehlen aber nur noch knapp 8 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,77 Prozent auf 26 991,10 Punkte nach unten.

          Der Dax hat inzwischen einen Großteil des vierwöchigen Corona-Crashs bis Mitte März bereits wieder aufgeholt. Treiber dabei waren Konjunkturstimuli der Notenbanken und Regierungen sowie Lockerungen in der Corona-Krise. Unter den Einzelwerten setzten die Lufthansa-Aktien an der Dax-Spitze ihre Aufholjagd nach dem Corona-Crash mit einem Plus von rund neun Prozent fort. Dabei ließen sich die Anleger auch nicht von neuen pessimistischen Analystenstimmen beirren. Im starken Bankenumfeld bauten die Papiere der Pfandbriefbank ihre jüngsten Gewinne ebenfalls aus. Sie gewannen als Top-Wert im MDax 13,5 Prozent. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank rückten im Dax um fast 4 Prozent vor.

          Ferner zog Wirecard abermals die Blicke auf sich. Der Zahlungsabwickler kommt nicht zur Ruhe. Nach Durchsuchungen der Geschäftsräume durch die Staatsanwaltschaft vor dem Wochenende waren die Papiere anfangs um mehr als 7 Prozent abgerutscht, drehten dann aber ins Plus und schlossen 1,7 Prozent höher. Ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft gegen den Vorstand des Konzerns. Es gehe um den Verdacht der Marktmanipulation. Diese Art von Nachrichten seien sicher negativ für die Aktien, sie brächten aber fundamental keine neuen Hintergründe mit sich, schrieb Analyst Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF.

          DOW JONES

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Für die Aktien des Laborausstatters Sartorius senkte die schweizerische Bank UBS den Daumen und rät nun zum Verkauf. Am M-Dax-Ende verloren die Anteilsscheine rund neun Prozent. An der Spitze des Nebenwerte-Index S-Dax schnellten die Aktien von Corestate Capital um 7,5 Prozent hoch. Die Papiere des Immobilieninvestors profitierten davon, dass die Privatbank Hauck & Aufhäuser sie auf eine Auswahlliste gesetzt hatte und ihnen damit ein besonders hohes Aufwärtspotential zutraut.

          Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,53 Prozent auf 3366,29 Punkte abwärts. In Paris und in London fielen die Verluste geringer aus. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1285 (Freitag: 1,1330) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8861 (0,8826) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,30 Prozent am Freitag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,19 Prozent auf 143,80 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,18 Prozent auf 173,54 Punkte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sieht den Fehler nicht bei sich: Olaf Scholz Ende April

          Cum-Ex : Schweigen über Steuertricks

          Alle Parteien begrüßen die höchstrichterliche Entscheidung zu Cum-ex, da die verwerfliche Praxis doch den Staat Milliarden gekostet hat. Der Bürger darf sich weiterhin fragen, wie es dazu kommen konnte.
          Guckloch: Blick auf die Altstadt Jerusalems mit dem Tempelberg

          Muslimisch-Jüdischer Dialog : Koscher oder halal?

          Ein muslimisch-jüdisches Paar bietet Anlass zu Projektionen. Ihre Ehe ist kein politisches Projekt – und führt doch in etliche Konfliktfelder. Davon berichten unsere beiden Kolumnisten von nun an in „Muslimisch-jüdisches Abendbrot“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.