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Blick auf den Finanzmarkt : Dax legt weiter zu

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Die Einigung auf ein großes neues Hilfspaket für Griechenland hat am deutschen Aktienmarkt am Freitag für einen positiven Handelsstart gesorgt. Die Griechen hätten alles bekommen, was sie sich an Hilfe erhoffen konnten. „Die Dose der Schuldenkrise ist nun ein gutes Stück die Straße hinunter getreten worden“, heißt es.

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          Der optimistisch inspirierte Schwung des Brüsseler Sondergipfels vom Vortag setzt sich am Freitag am deutschen Aktienmarkt fort. Bis 9.39 Uhr steigt der Dax um 0,6 Prozent oder 45 auf 7.335 Punkte und zeigt sich damit freundlich. Charttechnisch liegt der nächste Widerstand für den Leitindex im Bereich von 7.370 Punkten, Unterstützung findet sich auf dem Niveau von 7.270 Punkten. In der zweiten Reihe zieht der MDax um 0,8 Prozent oder 83 auf 10.911 Punkte an, der TecDax rückt um 0,9 Prozent oder 7 auf 853 Punkte vor. Neue Impulse dürfte bereits im frühen Geschäft der Ifo-Geschäftsklimaindex liefern. Ökonomen gehen davon aus, dass der wichtigste Frühindikator für die deutsche Volkswirtschaft im Juli auf 113,8 von 114,5 Punkten im Vormonat gefallen sein wird. Das Risiko sehen Marktteilnehmer dabei eher auf der Downside, bereits am Dienstag haben die als Vorläufer geltenden ZEW-Konjunkturerwartungen enttäuscht, am Donnerstag blieben die Einkaufsmanagerindizes sowohl für den Dienstleistungssektor als auch das Verarbeitende Gewerbe deutlich hinter den Erwartungen zurück.

          Auf der Unternehmensseite werden am Mittag die Zahlen von General Electric für das zweite Quartal erwartet. Der Analystenkonsens lautet auf 0,32 Dollar je Aktie, die Flüsterschätzung liegt bei 0,33 Dollar je Aktie. General Electric gilt nicht nur als Wettbewerber der deutschen Siemens, vielmehr halten Beobachter den Mischkonzern aufgrund seiner breiten Aufstellung auch für einen Querschnitt durch die amerikanische Wirtschaft. Wie bereits am Vortag sind auch zum Wochenausklang europaweit die Finanzwerte gesucht. Zwar werden auch private Gläubiger etwa durch das Überrollen griechischer Verbindlichkeiten in längere Laufzeiten zum zweiten Hilfspaket für Griechenland beitragen. Die Möglichkeit, hellenische Schuldtitel künftig an eine mit erweiterten Kompetenzen ausgestattete EFSF verkaufen zu können, wird allerdings positiv gewertet. „Die Banken und Versicherungen werden die Papiere dabei zwar auf den Marktwert abschreiben müssen, zuvor gab es allerdings überhaupt keine Preise und die Anleihen waren faktisch wertlos“, sagt ein Händler.

          Die Kurse der Commerzbankaktien steigen um 1,4 Prozent auf 2,79 Euro, Deutsche Bank ziehen um 1,7 Prozent auf 39,50 Euro an. Allianz verteuern sich um 1,7 Prozent auf 94,52 Euro, für Munich Re geht es um 1,2 Prozent auf 107,30 Euro nach oben. Adidaspapiere ziehen um 2,1 Prozent auf 54,23 Euro an und sind damit bislang Tagessieger. Die Analysten der Deutschen Bank haben die Einstufung der Aktien des Sportartikelherstellers auf „Buy“ von „Hold“ angehoben und das Kursziel auf 64 Euro von 52 Euro nach oben geschraubt. Die Zahlen für das zweite Quartal dürften zwar lediglich unspektakulär aber solide ausfallen, dafür sei der Ausblick stark. Erstmals seit einem Jahrzehnt werde das Wachstum auf beiden Kernmarken adidas und Reebok ruhen. In der zweiten Reihe geben Roth & Rau nach einer Gewinnwarnung um 3,9 Prozent auf 21,55 Euro nach. Das Branchenumfeld verschlechtere sich, Kunden hätten ihre Investitionsvorhaben auf den Prüfstand gestellt und vereinbarte Liefertermine verschoben, erklärte das Unternehmen. Im ersten Halbjahr werde der Umsatz sinken, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen deutlich negativ ausfallen.

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