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Frühaufsteher : Dax tendiert etwas leichter

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Etwas schwächer als erwartet ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag in den Handel gestartet. Händler verweisen auf die Schwäche bei den Indexschwergewichten Siemens und den Versorgern.

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          Etwas schwächer als erwartet ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag in den Handel gestartet. Der Dax fällt gegen 10.03 Uhr um 0,5 Prozent oder 33 auf 7.038 Punkte. Händler verweisen auf die Schwäche bei den Indexschwergewichten Siemens und den Versorgern. Zudem schmolzen die anfänglichen Gewinne beim Nikkei bis zum Handelsende dahin; dies wird nun eher als belastend empfunden.

          Zusätzlich blicke der Markt weiter gebannt auf den Verlauf des Rohölpreises, der am Vortag deutlicher korrigiert hat von Niveaus über 135 Dollar je Barrel, jedoch nun wieder in der Nähe von 132 Dollar notiert.

          Mit den Aufschlägen am Vortag hat sich auch das charttechnische Bild im Dax wieder verbessert. Staud Research weist darauf hin, dass der kurzfristige Aufwärtstrend verteidigt werden konnte und der Dax in die Widerstandszone von 7.060 bis 7.100/107 zurückgekehrt sei. Eine Überwindung dieser Zone würde das Bild weiter aufhellen.

          Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

          Im Fokus steht weiter die Konsolidierung des Bankensektors in Deutschland. Das „manager magazin“ hat am Vortag berichtet, dass Allianz und Commerzbank gemeinsam für die Postbank bieten wollen. LBBW-Analyst Robert Mazzuoli bezeichnete eine derartige Fusion zum jetzigen Zeitpunkt jedoch als verfrüht. Der genannte Kaufpreis von 10 Milliarden Euro sei zu niedrig, die Banken mit den Vorbereitungen noch nicht so weit. Auch die Postbank-Mutter, die Deutsche Post, müsse vor dahingehenden Verkaufsverhandlungen zunächst die Probleme beim amerikanische Geschäft aus dem Weg räumen.

          Als Verlierer eines solchen Szenarios stünde langfristig die Deutsche Bank da, heißt es von Mazzuoli weiter. Postbank ziehen um 1,8 Prozent auf 61,70 Euro an und die Titel der Deutschen Post um 2 Prozent auf 21,70 Euro. Commerzbank legen um 1,2 Prozent auf 22,50 Euro zu. Allianz zeigen sich indes kaum verändert und Deutsche Bank geben um 0,5 Prozent auf 73,52 Euro nach.

          Zum Spitzenreiter im Dax avancieren Hypo Real Estate (HRE) mit Plus 3,2 Prozent auf 21,87 Euro. Auslöser ist zum einen das Gebot von J.C. Flowers für 24,9 Prozent der Anteile für einen Preis von 22,50 Euro je Aktie. Dieses sei in dieser Höhe erwartet worden. Die Offerte läuft bis zum 23. Juni. Zum anderen profitieren HRE von der wieder steigenden Übernahmefantasie im Bankensektor. Neben der Postbank gelte die Hypo Real als heißer Übernahmekandidat.

          Unter Schwachstrom im Dax stehen aktuell die Versorger, die das Tabellenende zieren. Eon rutschen um 2 Prozent auf 132,89 Euro ab, RWE verlieren 1,5 Prozent auf 79,62 Euro. Ein Marktteilnehmer verweist auf die Sektorschwäche in ganz Europa, nachdem das Fusionsfieber etwas abflaue: So hat der französische Versorger Suez die angepeilte Übernahme des britischen Konkurrenten British Energy vorerst „ad acta“ gelegt. Ferner würden Anleger bei Versorgern Gewinne mitnehmen, wie es heißt.

          Adidas setzen ihre Aufwärtsbewegung fort. Ein Händler verweist auf die bald beginnende Europameisterschaft und die Tatsache, dass adidas als eher resistent gegenüber eines Euro-Anstiegs gilt. adidas steigen 1,2 Prozent auf 45,80 Euro. Von Analystenstimmen werden unterdessen BASF um 1,5 Prozent auf 95,65 Euro getragen. Merrill Lynch stufte die Aktie auf „Kaufen“ von „Neutral“ hoch. Ähnliches gilt für Bayer, die von BNP auf „Outperform“ erhöht wurden und um 0,7 Prozent auf 55,32 Euro steigen.

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