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Blick auf den Finanzmarkt : Dax zeigt sich knapp gehalten

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet, ging jedoch rasch auf Erholungskurs. Händler verwiesen auf Sorgen über restriktivere Kreditvergaben in China, die bereits die Börsen in Asien belastet habe.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursverlusten gestartet. Händler verwiesen auf Sorgen über restriktivere Kreditvergaben in China, die bereits die Börsen in Asien belastet habe. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 0,53 Prozent auf 5.944,92 Zähler. Der MDax sank um 0,40 Prozent auf 7.858,18 Punkte und der TecDax verlor 0,16 Prozent auf 837,71 Zähler.

          Dass die chinesische Regierung dem Vernehmen nach die Kreditvergabe großer Banken bremse, sorge auch in Europa für Verstimmung, sagte Marktanalyst Ben Potter vom Marketmaker IG Markets. Möglicherweise könnte die Abwärtsbewegung nach Ansicht von Händlern aber gestoppt werden, wenn am frühen Nachmittag die großen amerikanische Banken Morgan Stanley und Bank of America starke Quartalsberichte vorlegen.

          Die Aktie der Deutschen Börse sank um 0,60 Prozent auf 54,65 Euro, nachdem der Marktbetreiber am Vorabend Abschreibungsbedarf auf die amerikanische Börsentochter ISE angekündigt hatte. Insgesamt dürfte dadurch der Konzernüberschuss im abgelaufenen Jahr mit rund 200 Millionen Euro belastet werden. Analyst Martin Price von Merrill Lynch beließ die Aktie dennoch auf „Buy“ mit einem Kursziel von 65,00 Euro. Da es sich bei der ISE-Abschreibung nur um einen Einmal-Effekt handele und die Deutsche Börse zudem für 2009 eine Dividende von 2,10 Euro und damit auf Vorjahresniveau in Aussicht stelle, ändere die Mitteilung nichts an seiner Einschätzung für die Aktie, schrieb Price.

          Die Anteilsscheine von Infineon knüpften an ihre Vortagsverluste an und gaben um weitere 0,17 Prozent auf 4,010 Euro nach. Der Machtkampf bei dem Münchner Chip-Hersteller spitzt sich weiter zu, nachdem sich einem Pressebericht zufolge auch die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, auf die Seite von Investoren geschlagen hat, die einen eigenen Kandidaten als Aufsichtsratsvorsitzenden durchsetzen wollen. Als Stütze für die Aktie verwiesen Händler auf die gute IBM-Bilanz und darauf, dass Konkurrent ASML mit seinen Auftragseingängen die Erwartungen übertraf. Das nähre die Hoffnung auf eine Erholung im Technologiesektor, hieß es.

          Die Pfleiderer-Titel gewannen 3,20 Prozent auf 7,224 Euro und machten damit einen Teil ihrer Vortagsverluste wett. Der hoch verschuldete Möbel- und Bauzulieferer hat beim Verkauf eigener Aktien 18,5 Millionen Euro eingenommen. Die über die Börse verkauften 2.643.458 eigenen Aktien entsprechen 4,96 Prozent des Grundkapitals, teilte das Unternehmen am Vorabend mit. Noch im späten Xetra-Handel waren die Titel durch entsprechende Spekulationen unter Druck gekommen und hatten mehr als vier Prozent verloren.

          Um 4,66 Prozent auf 22,890 Euro legten die Aktien von Aixtron zu und waren damit Spitzenwert im TecDax. Der Spezialmaschinenbauer profitiere von starken Zahlen des LED-Herstellers Cree, hieß es am Markt. „Gewinn und Umsatz lagen über den Schätzungen und die Aktien haben nachbörslich kräftig zugelegt“, sagte einer der Börsianer.

          Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys und Wacker Chemie haben ihre Zusammenarbeit erweitert. Im Rahmen der Vereinbarung könne Morphosys nun auch die Wacker-Technologie zur Produktion von Antigenen verwenden. Die Aktien der beiden Unternehmen profitierten von dieser Nachricht: Während die Titel von Wacker Chemie um 1,49 Prozent auf 115,45 Euro stiegen, rückten die von Morphosys um 1,65 Prozent auf 17,300 Euro vor.

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