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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien uneinheitlich

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Der Dax hat sich am Montag zu Handelsbeginn von anhaltenden Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Europa und die Talfahrt des Euro frei machen können. Die Kurse der Nebenwerte gehen dagegen per saldo nach unten.

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          Nach einem Verlust von über drei Prozent am Freitag hat sich der Dax zum Wochenstart stabilisiert. In den ersten Handelsminuten am Montag legt der Leitindex um 0,2 Prozent auf 6070 Punkte zu. Der MDax gibt dagegen 0,1 Prozent auf 8279 Punkte, der TecDax 0,4 Prozent auf 769 Punkte nach.

          Auf die Stimmung gedrückt hatte vor Handelsbeginn schon der Euro, der zwischenzeitlich unter die Marke von 1,23 Dollar und damit seinen tiefsten Stand seit April 2006 abgesackt war. Zudem war der Nikkei-225-Index in Tokio auf ein Zweimonatstief gesunken, der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Handelsschluss vom Freitag 0,8 Prozent.

          Mit Blick auf die Schuldenkrise befürchten Börsianer, dass die umfassenden Sparmaßnahmen in angeschlagenen Ländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien die wirtschaftliche Erholung in ganz Europa abwürgen könnten. Im Verlauf des Montags kommen die Finanzminister der Eurozone in Brüssel zusammen. Dabei könnte unter anderem die Idee einer europäischen Schuldenbremse angesprochen werden.

          Infineon legen 2,4 Prozent auf 5,16 Euro zu. Einem Zeitungsbericht zufolge ist der weltgrößte Halbleiter-Hersteller Intel an der Handychip-Sparte von Infineon interessiert. Intel wollte sich zu diesem Thema nicht äußern, bei Infineon war zunächst niemand zu erreichen.

          Im Nebenwerte-Index MDax bricht der Aktienkurs von Hochtief um 6 Prozent auf 55,30 Euro ein. Börsianer verweisen auf den enttäuschenden Auftragseingang. Ansonsten sei das Quartalsergebnis des Baukonzerns aber im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

          Rentenmarkt zeigt sich uneinheitlich

          Der deutsche Rentenmarkt zeigt am Montag uneinheitlich. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 2 Basispunkte auf 126,55 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future verliert 7 Basispunkte auf 119,68 Prozent.

          Experten rechnen mit einer festen Tendenz am Rentenmarkt. Die Skepsis über den Zusammenhalt der Eurozone dürfte die Investoren unvermindert in den sicheren Hafen deutscher Staatsanleihen treiben, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Mit fundamentalen Impulsen ist am Montag mangels Konjunkturdaten kaum zu rechnen. Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 126,35 und 127,15 Punkten.

          Rezessionsängste drücken Euro auf Vierjahrestief

          Für den Euro gibt es derzeit kein Halten an den internationalen Devisenmärkten. Beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Montagmorgen notiert die Einheitswährung knapp oberhalb der Marke von 1,23 Dollar. In Asien wurde mit 1,2234 Dollar ein neues Vierjahrestief gegen den Dollar markiert. Händler befürchten mit Blick auf die Schuldenkrise in Griechenland nun nicht nur Ansteckungsgefahren für die gesamte Eurozone.

          Zunehmend mache man sich auch Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Haushaltskonsolidierungspläne, heißt es. Die Anleger sorgten sich zunehmend über einen Verbleib oder Rückfall der Eurozone in die Rezession mit den entsprechenden Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum. Verstärkt wird der Abverkauf durch Stopp-Loss-Geschäfte, die mit einem Fall unter die Marke von 1,2330 Dollar ausgelöst worden seien, heißt es weiter.

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