https://www.faz.net/-gv6-6nm6k

Marktbericht : Dax schließt knapp unter 5000 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat die Marke von 5000 Punkten nicht verteidigen können. Der Leitindex ging 0,1 Prozent niedriger bei 4997 Punkten aus dem Handel. Nach dem Insolvenzantrag des Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor befanden sich dessen Aktien im freien Fall: Sie verloren 50 Prozent.

          3 Min.

          Der Dax hat am Dienstag die Marke von 5000 Punkten nicht bis zum Schluss verteidigen können. Der Leitindex ging 0,1 Prozent niedriger bei 4997 Punkten aus dem Handel. Stützen konnten defensive Aktien wie Versorger. Kursverluste verbuchten hingegen unter anderem Finanzwerte. Für den MDax ging es um 0,53 Prozent auf 5.788,59 Punkte runter. Der TecDax fiel um 0,20 Prozent auf 634,43 Zähler. „Die Börse hat wie in den Vortagen hoffnungsvoll angefangen und dann nachgelassen - derzeit kommt der Markt einfach nicht vom Fleck, und der Dax bleibt bei 5.000 Punkten festgenagelt“, sagte Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory.

          Arcandor stellt Insolvenzantrag

          Tagesthema waren erneut Arcandor. Das Essener Handels- und Touristikunternehmen hat nach den gescheiterten Verhandlungen über einen Notkredit wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. „Noch ist für Arcandor nicht alles vorbei, aber auch noch lange nicht alles geklärt - es folgt jetzt die Bestandsaufnahme“, sagte Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick bezeichnete den Insolvenzantrag als „unvermeidbar“ und „konsequent“, sieht ihn aber auch Chance. Die Aktien brachen nach einem Vortagsminus von 43,62 Prozent um 48,11 Prozent auf 0,55 Euro ein.

          Unterdessen sprangen im SDax, der die Entwicklung der geringer kapitalisierten Werte widerspiegelt, die Aktien von Deutsche Wohnen mit plus 17,22 Prozent auf 11,30 Euro an die Spitze. Händler sprachen von Fantasie auf einen Aufstieg in den MDax, nachdem Arcandor-Titel zum nächsten Verkettungstermin am 19. Juni ihren Platz im MDax räumen müssen. Für Experten ist die Namensaktie des Immobilienunternehmens Deutsche Wohnen der erste Kandidat für den Mittelwerte-Index. „Aufgrund ihrer Marktkapitalisierung - die dann wahrscheinlich den Ausschlag geben wird - liegt die Deutsche Wohnen deutlich vorn“, sagte Indexstratege Manfred Jaisfeld von der National-Bank.

          Aktien von Heidelberger Druck zeigten sich von der Vorlage endgültiger Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr zunächst kaum beeindruckt. Börsianer und Analysten sahen in dem Zahlenwerk keine Überraschungen im Vergleich zu den bereits bekannten Eckdaten, und auch der trübe Ausblick sei erwartet worden. Dann wurde aber bekannt, dass der angeschlagene Druckmaschinen-Hersteller mehr staatliche Hilfe benötigt als erwartet, und die Aktien rutschten ab. Schließlich standen minus 10,26 Prozent auf 4,55 Euro zu Buche.

          Nach den Spekulationen der Vortage reagierten die Aktien des hoch verschuldeten Sportwagenbauers Porsche kaum noch auf den offenbar näher rückenden Einstieg des Golfstaats Katar. Das Papier verbilligte sich um 0,43 Prozent auf 46,80 Euro. Die im Dax gelisteten Stammaktien von Volkswagen (VW), die Porsche mehrheitlich übernehmen wollte, gingen mit plus 2,54 Prozent auf 254,18 Euro als Tagessieger aus dem Handel.

          Amerikanische Börsen büßen Gewinne ein

          Nach einem freundlichen Start in den Handelstag haben die führenden amerikanischen Aktienindizes ihre Gewinne am Dienstag zum Teil eingebüßt. „Es gibt keine tollen Geschichten am Markt“, sagte ein Aktienhändler. Derzeit lege der Markt eine Verschnaufpause ein. Ein anderer Händler sagte, aktuell lasteten Sorgen auf den Kursen, dass die Rückzahlung staatlicher Hilfen die wirtschaftliche Erholung behindern könne. Das Finanzministeriums habe zehn Banken gestattet, Mittel aus dem sogenannten TARP-Programm zurückzuzahlen, hieß es. Technologiewerte profitieren unterdessen vom optimistischen Ausblick von Texas Instruments.

          Der amerikanischen Leitindex sank um 0,27 Prozent auf 8.740,91 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 0,16 Prozent auf 937,64 Zähler. An der Technologiebörse NASDAQ gewann der Composite-Index 0,35 Prozent auf 1.848,79 Zähler. Für den Auswahlindex NASDAQ 100 ging es um 0,21 Prozent auf 1.491,69 Punkte nach oben.

          Texas Instruments hebt Prognose an

          Beflügelt vom optimistischen Blick in die Zukunft sind die Aktien von Texas Instruments um 4,55 Prozent auf 20,67 Dollar gestiegen. Der zweitgrößte amerikanische Chipkonzern hob die Prognose für das laufende zweite Quartal an und rechnet mit mehr Gewinn und Umsatz als bislang. Analysten reagierten mit lobenden Kommentaren, Händler mit Aktienkäufen. Analyst Mark Lipacis von Morgan Stanley hob sein Kursziel von 22 auf 24 amerikanischen Dollar an und beließ die Einstufung auf „Overweight“. Die Zahlen zum aktuellen Geschäftsverlauf des Chipherstellers und die Aussichten für das zweite Quartal hätten seine Erwartungen und auch die Marktprognosen übertroffen, schrieb der Experte in einer Studie. Für weitere positive Überraschungen beim Gewinn je Aktie bestehe noch genügend Raum, schätzt er.

          Procter & Gamble fielen nach Presseberichten über eine Personalveränderung an der Vorstandsspitze um 1,00 Prozent auf 52,61 Dollar. „Kurzfristig bleibt das Umfeld herausfordernd“, sagte ein Aktienhändler mit Blick auf die Kurseinbußen.

          Aktien von Apple sanken um 1,52 Prozent auf 141,67 Dollar. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen. Mitte Mai hatte der Kurs noch nahe 120 Dollar gelegen. Apple schickt gegen die wachsende Konkurrenz im Handy-Markt ein neues, schnelles Modell seines populären iPhone, das „iPhone 3G S“, in den Ring. Die noch aktuelle Version iPhone 3G wird es künftig um rund hundert Dollar günstiger geben, und damit wird es laut Börsianern tauglich für den Massenmarkt. Zudem kommt das Unternehmen mit der Ankündigung seines neuen Betriebssystems „Snow Leopard“ für den Mac für den September dem Konkurrenten Microsoft und dessen Betriebssystem „Windows 7“ zeitlich um einen Monat zuvor.
          Ölwerte legten infolge des leichten Ölpreisanstiegs ebenfalls leicht zu. Chevron Corp. gewannen 0,17 Prozent auf 69,70 Dollar.

          Weitere Themen

          Euro kostet wieder mehr als 1,20 Dollar

          Dollarschwäche : Euro kostet wieder mehr als 1,20 Dollar

          Der Euro hat zu Wochenbeginn wieder die Marke von 1,20 Dollar überschritten. Besser gesagt: Der Dollar ist unter Druck geraten. Analysten gehen davon aus, dass sich die Aufwertung bald wieder umkehrt.

          Der Dax schwebt in luftigen Höhen

          Börsenwoche : Der Dax schwebt in luftigen Höhen

          Trotz der dritten Corona-Welle markieren viele Aktienindizes Rekorde – positiven Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten sei Dank. Auch der deutsche Leitindex fliegt so hoch nie. Doch die Luft wird dünn und dünner.

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkuliert hat

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.