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Furcht an der Börse : Dax fällt, S&P 500 minus 4 Prozent, Bitcoin noch schwächer

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Börsenhändler in Frankfurt: Am Aktienmarkt ist das Umfeld derzeit stark eingetrübt. Bild: Laif

An den Börsen reagieren die Anleger auf Inflation, Zinsangst und Rezessionssorgen. An der Wall Street weiten sich die Kursverluste aus – und auch hierzulande geht es weiter abwärts.

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          Und nun? Nach zwei Tagen mit hohen Kursverlusten zeigt sich auch der deutsche Aktienmarkt weiter schwächer. Der Standardwerteindex Dax startete mit einem minimalen Plus in den Dienstagshandel und notierte kurz nach Börsenöffnung auf ungefähr 13.500 Punkten, im Vormittagshandel drehte er dann jedoch leicht ins Minus. Tatsächlich herrscht nicht nur hierzulande gegenwärtig tendenziell düstere Stimmung unter den Anlegern: In den vergangenen Wochen haben die Kurs rund um den Globus stark nachgegeben.

          Als ein Grund gilt die Furcht vor schneller steigenden Leitzinsen zumal in den Vereinigten Staaten, wo die Teuerungsrate erst in der vergangenen Woche noch einmal zugelegt hat auf deutlich mehr als 8 Prozent – das ist der höchste Stand seit 40 Jahren. Am Mittwoch treffen sich die Währungshüter in Washington, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Als möglich gilt inzwischen auch, dass sie den Leitzins sogar um 0,75 Prozentpunkte erhöhen könnten und damit stärker als zuletzt erwartet.

          Am Freitag gaben die Kurse an der Wall Street stark nach. Und auch am Montag verminderten sie sich substantiell. Unter Druck standen einmal mehr vor allem die Aktien von Technologieunternehmen: Deren Auswahlindex Nasdaq 100 erreichte den tiefsten Stand seit November 2020 und büßte letztlich 4,60 Prozent auf 11.288,32 Punkte ein. Der marktbreite S&P 500 schloss nach dem tiefsten Stand seit März 2021 mit einem Minus von 3,88 Prozent bei 3749,63 Zählern. Gegenüber dem Rekordhoch im Januar bedeutet das zudem einen Rückgang um deutlich mehr als 20 Prozent, womit das Börsenbarometer nach gängiger Definition einen Bärenmarkt signalisiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor am Ende 2,79 Prozent auf 30.516,74 Punkte. Zeitweise notierte er auf dem tiefsten Stand seit Februar 2021 – die Erholung in der zweiten Maihälfte ist damit verpufft.

          JP Morgan: Kursrutsch der vergangenen Tage übertrieben

          Es herrsche Nervosität, „weil sich neben der Inflationsdynamik zusätzlich ein Konsumrückgang abzeichnet. Das würde die Wirtschaft doppelt treffen und zu Konjunkturrückgängen führen“, sagte Andreas Lipkow von der Comdirect. Zudem stoße das abermals aufkeimende Covid-Thema in China auf blanke Nerven bei den Investoren. „In New York geht (zudem) die Angst um, dass nun auch großkapitalisierte Technologieaktien wie Tesla und Apple, die aus technischer Sicht bislang noch keine Trendwendeformation ausgebildet haben, ebenso drehen“, ergänzte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

          NASDAQ 100

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          Dagegen halten die Marktstrategen der US-Bank JPMorgan um Marko Kolanovi den Kursrutsch der vergangenen Tage für übertrieben. Die deutlichen Verluste und der „Ausverkauf“ bei den Krypto-Währungen preisten ein Rezessionsrisiko schon mehr als angemessen ein. Die Fachleute setzen auf eine positive Überraschung durch die Währungshüter sowie eine Kurserholung in der zweiten Jahreshälfte. Dafür sprächen ein immer noch starker Konsum, eine Befreiung der Wirtschaft von den Restriktionen der Corona-Pandemie und wirtschaftliche Stimulierungsmaßnahmen in China.

          Anlegern raten sie, vor allem auf Titel mit nun vergleichsweise niedrigen Bewertungen wie die besonders innovativer Unternehmen, Firmen mit einem starken Engagement in China, kleinere Unternehmen und Biotech zu setzen.

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