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Dax : Deutsche Aktien schaffen 2003 die Wende

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nur zwei Verlierer hat das vergangene Börsenjahr. Den Anstieg des Dax im Jahresverlauf um 37 Prozent konnte das nicht stoppen und der Tec-Dax legt einen Traumstart hin.

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          Nach drei Verlustjahren in Folge hat der deutsche Aktienmarkt 2003 die Wende geschafft. Am Dienstag nachmittag wurde für den wichtigsten deutschen Aktienindex Dax ein Schlußstand von 3.965,16 Punkten ermittelt. Vor zwölf Monaten lag er noch bei 2.892,63 Punkten. Auf Jahressicht bedeutet das ein Plus von 37,1 Prozent.

          Damit hat sich das deutsche Börsenbarometer im Vergleich zu den wichtigsten Standardwerteindizes im abgelaufenen Jahr weltweit am besten entwickelt. Allerdings muß berücksichtigt werden, daß der Dax im Jahr 2002 noch der mit Abstand größte Verlierer war. Vor der Trendwende Mitte März stand zudem noch ein Absturz auf den absoluten Tiefpunkt von 2.189 Punkten.

          Mehr Gewinner

          Mit Münchener Rück und Schering beenden lediglich zwei Werte im Dax das Jahr mit einem Verlust. Die Münchener Rück leidet noch immer unter der Bewertung ihres Beteiligungsportfolios, einer niedrigeren Bonitätseinstufung und Problemen mit dem Erstversicherer Ergo. Bei dem Pharmakonzern Schering bemängeln Analysten eine vermeintlich schlecht gefüllte Produktpipeline und negative Auswirkungen der Dollarschwäche.

          Die beiden Werte fielen allerdings kaum ins Gewicht, weil gleichzeitig Indexschwergewichte wie SAP (plus 76 Prozent), Deutsche Post (plus 64 Prozent) und Siemens (plus 57 Prozent) mit ihren deutlichen Aufschlägen diesen Malus mehr als ausglichen. Gewinner des Jahres unter den deutschen Standardwerten sind die Commerzbank und der Autozulieferer Continental, der im Jahresverlauf den Finanzdienstleister MLP im Dax abgelöste. Beide haben ihren Marktwert im Jahresverlauf mehr als verdoppelt. Insgesamt gesehen gereichte die starke Finanz- und Technologielastigkeit dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer in diesem Jahr zum Vorteil.

          Erstmalig kein einziger Börsengang

          Für die Umgestaltung der Marktsegmente im abgelaufenen Jahr, im Zuge dessen etwa der Neue Markt eingestellt und die Aktienindexfamilie überarbeitet wurde, kam der Stimmungsumschwung am Aktienmarkt zu einem idealen Zeitpunkt. So belebte sich wieder der Handel mit kleinen Wachstumswerten sowie mittelgroßen Technologiewerten, der in der Endphase der Nemax-Indizes nahezu vollständig zum Erliegen gekommen war. Der neue Tec-Dax kann gleich im ersten Jahr seines Bestehens einen Gewinn von 50,9 Prozent vorweisen. Der Kurssprung des Internetwertes Freenet von 4,51 auf 56,52 Euro (plus 1.118 Prozent) läßt sogar wieder Erinnerungen an die Übertreibungen zur Jahrtausendwende aufkommen.

          Von der seit Mitte März laufenden Hausse - von seinem absoluten Tiefpunkt im Jahresverlauf stieg der Dax bis zum Jahresende sogar um 81 Prozent - haben hauptsächlich die institutionellen Anleger profitiert. An der überwiegenden Zahl der Privatanleger ging der Kursaufschwung dagegen vorbei, wie ein Blick auf die Verkaufszahlen von Aktienfonds verdeutlicht. Auch der Markt für Börsengänge ist trotz der jüngsten Kurserholung noch nicht angesprungen. In diesem Jahr fand zum ersten Mal seit 1968 in Deutschland kein einziger Börsengang statt.

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