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Dax und Dow : Börsenindizes kämpfen sich in die neue Woche

  • Aktualisiert am

Deutsche Bank und Commerzbank: Keine Dividenden Bild: dpa

Der deutsche Aktienmarkt schließt am Abend mit einem respektablen Plus. Auch in Amerika entwickeln sich die Kurse fester. Noch ist auf die Erholung aber kein Verlass.

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          Der deutsche Aktienindex Dax hat am ersten Handelstag der neuen Woche fester geschlossen. Das Börsenbarometer stieg um 1,9 Prozent auf 9815 Punkte. Kurz nach Beginn des Handels war er dagegen noch in die Verlustzone auf fast 9450 Punkte abgetaucht. Auch der Euro-Stoxx-50 gewann 1,1 Prozent.

          Als Tagesgewinner glänzten die Deutsche Post mit einem Plus von mehr als 9 Prozent, gefolgt von Börsenbetreiber Deutsche Börse und dem Wohnungsvermieter Vonovia. Die Verliererliste im Dax führten der Flugzeugturbinenhersteller MTU Aero Engines, Lufthansa und der Baustoffhersteller HeidelbergCement.

          Schlechte Nachrichten gab es für Aktionäre des M-Dax-Unternehmens Commerzbank, das die Dividende streicht. Begründet wird das mit den Ansagen der Bankenaufseher von EZB und Bafin, die Kreditinstituten angesichts der Unsicherheit dazu aufgerufen haben, keine Ausschüttungen zu leisten. Für Aktionäre des Dax-Wertes Deutsche Bank steht ohnehin keine Dividende in Aussicht.

          Wall Street im Plus

          Die Hoffnung auf medizinische Fortschritte in der Erkennung und Bekämpfung des neuartigen Coronavirus hat am Montag auch den Börsen in Amerika Auftrieb gegeben. Nach einem anfangs richtungslosen Verlauf legte der Dow Jones Industrial zu und testete auch wieder die Marke von 22.000 Punkten. Zuletzt gewann der amerikanische Leitindex 1,79 Prozent auf 22.025 Punkte. Am Freitag noch hatte er zwar 4 Prozent eingebüßt, im Wochenverlauf aber dennoch eine beeindruckende Erholungsrally hingelegt. In Summe hatte er die vergangene Woche mit einem Plus von knapp 13 Prozent beendet. Auch Der marktbreite S&P 500 stieg am Montag um 1,6 Prozent auf 2582 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 2,6 Prozent auf 7786 Punkte vor.

          Die Krise mit weltweit steigenden Zahlen von Infektionen und Verstorbenen steht zugleich nach wie vor im Fokus und löst immer wieder ausgeprägte Schwankungen aus. Aktuell stützten sich die Hoffnungen auf schnellere Massentests sowie umfangreiche Forschungen für einen Impfstoff, hieß es am Markt. Immobilien-Daten aus dem Monat Februar interessierten indes nur am Rand. So waren in den Vereinigten Staaten noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe überraschend gestiegen, doch war dies vor der Zuspitzung der Corona-Krise gewesen.

          Pharmaunternehmen gewinnen

          Die Aufmerksamkeit der Anleger galt mit einem Plus von 8,4 Prozent bei sehr hohen Umsätzen vor allem den Papieren des Pharmaherstellers Abbott. Dieser hatte mitgeteilt, von der Zulassungsbehörde FDA in einem Dringlichkeitsverfahren bis auf Widerruf die Zulassung für einen Corona-Schnelltest bekommen zu haben. Er soll eine Infektion mit dem neuartigen Virus binnen fünf Minuten erkennbar machen. Johnson & Johnson gewannen an der Dow-Spitze 6,5 Prozent. Der Pharmaherstellers hat eigenen Angaben zufolge Fortschritte gemacht auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die Lungenerkrankung Covid-19.

          S&P 500

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          Ansonsten standen die Aktien von Krisenunternehmen der jüngsten Zeit weiter im Blick. Die Papiere amerikanischer Fluggesellschaften wie Delta Air Lines, United und American Airlines büßten bis zu 13 Prozent ein. Bereits in Europa zählte die Freizeitbranche wieder einmal zu den größten Verlierern. Die Anteilscheine der Kreuzfahrt-Reedereien Royal Caribbean und Carnival gaben ebenfalls beide rund 13 Prozent ab.

          Im Dow waren Boeing einmal mehr das Schlusslicht mit einem Abschlag von 12,2 Prozent. Nach der jüngst ausgeprägten Erholungsrally sind die Anleger vorsichtig, zumal Boeing nicht nur unter eines der zahlreichen leidtragenden Unternehmen in der Viruskrise ist, sondern auch noch unter hausgemachten Problemen leidet: Hohe Schulden und die 737-Max-Krise.

          Die stark schwächelnden Ölpreise belasteten außerdem die Aktien von ExxonMobil mit 0,8 Prozent, während sich die Anteile von Chevron stabil zeigten. Im S&P 100 büßten Occidental Petroleum etwas mehr als 10 Prozent ein und ConocoPhillips sowie Schlumberger verloren etwas mehr als 3,5 Prozent. Der Preis für Brent-Öl war auf den tiefsten Stand seit November 2002 gefallen und auch der WTI-Ölpreis gab deutlich nach. „Nahezu täglich werden die Schätzungen für die Nachfrage nach unten revidiert. Auf der Angebotsseite herrscht aktuell zudem ein Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland, der die Ölpreise zusätzlich belastet“, sagte Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank.

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