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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert auf hohem Niveau freundlich

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Euro von Vortagesverlusten etwas erholt

Der Euro zeigt sich am Freitag beim Übergang in den europäisch geprägten Handel wieder etwas fester zum Dollar. Im frühen Geschäft handelt die Gemeinschaftswährung etwas oberhalb der Marke von 1,3250 Dollar. Händler sprechen von einer Gegenbewegung nach den Verlusten am Donnerstag. Die sich zuspitzende Debatte in der EU um eine gemeinsame europäische Anleihe sowie die Abstufung Irlands durch Fitch hatten die Gemeinschaftswährung am Donnerstag im Tagestief bis auf 1,3165 Dollar gedrückt. Unterdessen geht der Streit um mögliche Eurobonds, für die gesamtschuldnerisch gehaftet werden müsste, weiter. „Hier wird der Ton vor allem von den Befürwortern immer schärfer“, merkt die Commerzbank an. Eine Einigung hierüber auf dem EU-Gipfel am 16. und 17. Dezember sei momentan kaum vorstellbar. Als tendenziell belastend für die Risikoneigung und damit den Euro könnten sich neue gute Wirtschaftsdaten aus China erweisen. Neue Rekorde bei den chinesischen Importen und Exporten könnten eine Diskussion um eine Überhitzung der chinesischen Wirtschaft anheizen und den Spekulationen um eine Zinserhöhung durch die People's Bank of China schon am Wochenende neue Nahrung geben.

Impulse für den Devisenmarkt dürften am Nachmittag aus den Vereinigten Staaten kommen, wenn der Index für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für Dezember veröffentlicht wird. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten einen Anstieg auf 73 Punkte nach 71,6 Punkten im Vormonat. Zudem stehen die Import- und Exportpreise im November auf dem Programm und die Handelsbilanz für Oktober. Nach Ansicht der Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bleibt die technische Situation für den Euro schwierig. Erst jenseits der Zone zwischen 1,3440 Dollar und 1,3469 Dollar wäre eine weitergehende Erholung möglich. Breche der Euro jedoch wieder nach unten aus unter das Tief vom Donnerstag bei 1,3165 Dollar, wäre der Weg zur nächsten Unterstützung bei 1,3060 Dollar frei, meinen die Analysten. Darunter „dürfte die Bewegung wohl nicht beim Novembertief (1,2967) stoppen“, heißt es in dem Marktkommentar weiter. Die Feinunze Gold kostet am Freitagmorgen 1.391,85 Dollar, zum Londoner Nachmittag-Fixing am Donnerstag war sie mit 1.391,25 Dollar festgestellt worden.

Japans Börse schließt nach Siebenmonatshoch leichter

Nachdem die Börse in Tokio am Freitag im frühen Verlauf auf ein Siebenmonatshoch gestiegen war, haben Gewinnmitnahmen die Notierungen ins Minus gedrückt. Händler sprachen von Anzeichen einer Überhitzung des Marktes. Die Umsätze waren überdurchschnittlich, am Berichtstag verfielen Dezember-Futures auf Aktien und Optionen. Der Nikkei-225 büßte 0,7 Prozent oder 74 Punkte auf 10.212 ein, der breiter gefasste Topix verlor 0,4 Prozent oder 3 Zähler auf 888. Kaum Einfluss auf das Marktgeschehen hatten die Inflationsdaten: Die japanischen Großhandelspreise sind im November auf Jahressicht um 0,9 Prozent gestiegen. Binnen Monatsfrist wurde ein Anstieg um 0,1 Prozent registriert. Für den Exportsektor ergab sich im November eine Zunahme um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, während im Jahresvergleich ein Preisrückgang um 3,1 Prozent registriert wurde. „Anleger agierten vorsichtig, weil sich die Spekulationen über eine Zinsanhebung in China übers Wochenende ausweiten“, sagte Marktstratege Yoshinori Nagano von Daiwa Asset Management. Er sieht den Nikkei in der nächsten Woche in einer Handelsspanne zwischen 10.000 und 10.500 Punkten. Ein weiterer Analyst erwartet für die kommenden Woche tendenziell fallende Kurse, was er mit dem Auslaufen von Käufen durch ausländische Fonds erklärte.

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