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Abschied aus dem Dax : Der Fall Linde war nicht vorgesehen

  • -Aktualisiert am

Wertschöpfung auch in Leuna: Ein Mitarbeiter überwacht das Befüllen von Lastwagen mit flüssigem Wasserstoff Bild: dpa

Das voll automatisierte Regelwerk der Deutschen Börse stößt an seine Grenzen. Gut, dass hier anders gehandelt wird.

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          Die Deutsche Börse rühmt sich, streng regelbasierte Indizes zu haben. Will heißen, es braucht keinen Menschen mehr, der mitdenkt und lenkt. Die schöne neue Indexwelt läuft voll automatisiert. Der Fall Linde zeigt, dass dem nicht so ist. Das Delisting eines Dax-Schwergewichts war im Regelwerk nicht vorgesehen.

          Erschwerend ist, dass nach dem Wirecard-Desaster zahlreiche neue Regeln eingeführt wurden, die auch noch nicht bis ins letzte Detail vollautomatisch funktionieren, zum Beispiel die Frage, ab welchem Tag genau ein Unternehmen als profitabel einzustufen ist. Es braucht den Menschen und seinen Verstand, und das ist gut so.

          Die Börse bemüht sich, die Fragen um Lindes Abschied und die Definition der Profitabilität der Commerzbank als Anwärter für die Dax-Nachfolge schnell zu klären. Sie weicht dabei von bisher üblichem Vorgehen ab. Und sie tut dies im Sinne der ETF-Anleger.

          Manches könnte schneller gehen, manches transparenter sein. Aber in diesem speziellen Fall nicht nur nach Schema F und dem exakten Wortlaut des nur noch auf Englisch publizierten „Guide to the DAX Equity Indices“ zu gehen, ist der richtige Weg. Und ein guter Anlass, über den Sinn mancher Regel wie der zur Profitabilität nachzudenken.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

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