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Neuer Präsident : Trump schickt jemanden, der die Weltbank nicht mag

David Malpass 2018 in Buenos Aires Bild: Reuters

Ungeliebt und trotzdem aussichtsreich: Warum Trumps „America-first“-Kandidat für die Weltbank gute Chancen hat – und vielleicht gar keine so schlechte Wahl wäre.

          An diesem Mittwoch will der amerikanische Präsident Donald Trump offiziell einen Kandidaten für die Wahl zum nächsten Präsidenten der Weltbank verkünden. So steht es in der Terminübersicht des Weißen Hauses. Schon zuvor war ein Name durchgesickert: David Malpass. Trump nominiert damit mit hoher Wahrscheinlichkeit einen bekannten Kritiker der Weltbank für das Amt des Präsidenten dieser Institution. Die Aussichten, dass der 62-jährige David Malpass, Staatssekretär im Finanzministerium, tatsächlich ernannt wird, sind gut – obwohl dieser sich in der Gemeinde der internationalen Entwicklungszusammenarbeit bisher wenig Freunde gemacht hat.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Doch der Wunsch der anderen Anteilseigner der Weltbank, in dieser Frage die Konfrontation mit den Vereinigten Staaten zu suchen, ist nicht groß. Das ist die Quintessenz aus mehreren Gesprächen mit Kennern der Materie, die zum Teil anonym bleiben wollen. Die Führungsposition der Weltbank ist vakant, seit Jim Yong Kim kürzlich die Bank überraschend verließ, um für eine private Investmentgesellschaft zu arbeiten.

          Weltbank ist „korrupt“

          Ein Hindernis gibt es jedoch: Malpass müsste, um die Ländervertreter zu überzeugen, nicht nur seine alte Feindseligkeit gegenüber der Weltbank ablegen, sondern sich zur Multilateralität bekennen. Das ist eines der Kriterien, das die Anteilseigner der Entwicklungshilfe-Institution für Präsidentschaftsbewerber zur Voraussetzung gemacht haben.

          Im Falle Malpass ist das keine Selbstverständlichkeit.  Dieser hat sich dezidiert für die „America first“-Agenda seines Präsidenten ausgesprochen und diese lässt sich nicht ohne Anpassungen mit dem Weltbankgeist der internationalen Kooperation zusammenbringen. Malpass hat zudem in seiner aktuellen Rolle als für internationale Organisationen zuständiger Staatssekretär die Weltbank dafür scharf kritisiert, dass diese China weiter Geld leiht.

          In einer Anhörung vor dem Kongress hatte er die Institution und den Internationalen Währungsfonds als „oft in der Ausleihpraxis korrupt“ bezeichnet. Sie begünstigten mit ihren Wohltaten nicht Menschen in armen Länder, sondern jene, die mit „First-Class-Flugtickets einflögen, um die Regierungen zu beraten.“

          Kim enttäuschte viele Anteilseigner

          Malpass werde viel tun müssen, um die Anteilseigner davon zu überzeugen, dass er sich vom Inhalt seiner früheren kritischen Stellungnahmen zur Agenda der Weltbank entfernt hat, zu der etwa die wichtige Rolle in der Finanzierung von Klimaschutzprojekten und ein konstruktiver Umgang mit China gehöre, sagt Scott Morris von der Denkfabrik Center for Global Development.

          Für diese Institution arbeiten gleich mehrere scharfe Kritiker der von Trump noch nicht offiziell bestätigten Nominierung. So argumentiert Morris‘ Kollege Justin Sandefur, Malpass sei ein Trump-Loyalist, der in vielen Bereichen Fehlverhalten an den Tag gelegt habe. Für den Kandidaten spreche nichts. Sandefur erinnerte daran, dass eine einfache Mehrheit der 25 Exekutiv-Direktoren entscheide, Amerika habe kein Vetorecht. Malpass würde die Weltbank unterminieren, es gebe zahlreiche bessere Kandidaten.

          Sandefur könnte dabei an Ngozi Okonjo-Iweala denken, die mit der Denkfabrik eng verbunden ist. Die Nigerianerin hatte in der Weltbank hohe Führungspositionen inne und war Finanz- und Außenministerin Nigerias. Als im September 2016 Kims Vertragsverlängerung anstand, hatte sie gegen ihn kandidiert und war unterlegen. Das war wenige Monate, bevor Donald Trump mit seiner dezidiert ablehnenden Haltung zur internationalen Zusammenarbeit und multilateralen Institutionen ins Weiße Haus einzog. Dass Kim nach nur anderhalb Jahren die Segel streichen würde und damit Trump Zugriff auf die Kandidatenwahl gab, hat viele Anteilseigner schwer enttäuscht.

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