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Milliardäre : Lidl-Gründer ist der reichste Deutsche

  • Aktualisiert am

Das Logo eines Lidl-Supermarktes Bild: dpa

Dieter Schwarz lässt Deutschlands Milliardäre alt aussehen: Sein Vermögen ist fast so groß wie Deutschlands Verteidigungshaushalt. Insgesamt nehmen die Milliardenvermögen zu.

          Mit 41,5 Milliarden Euro ist der 79 Jahre alte Lidl- und Kaufland-Gründer Dieter Schwarz weiterhin der reichste Mensch in der Bundesrepublik. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“, das an diesem Freitag eine Liste der 1000 reichsten Deutschen veröffentlicht. Das Vermögen des Schwarz-Gruppen-Eigentümers sei im Vergleich zum Vorjahr um 1 Milliarde Euro gewachsen. Damit wäre es jetzt fast so groß wie der gesamte Verteidigungshaushalt der Bundesrepublik für das Jahr 2020.

          Mit großem Abstand folgen auf dem zweiten Platz die Aldi-Nord-Miteigentümer-Familie von Theo Albrecht und die Familie von Wolfgang Porsche. Deren Vermögen beläuft sich laut den Schätzungen des Magazins auf jeweils 18 Milliarden Euro. Während bei Schwarz nur seine eigenen Vermögenswerte in die Schätzung einflossen, sind bei den Albrechts und Porsches auch die Familien berücksichtigt. Platz drei belege mit einem geschätzten Vermögen von 16,25 Milliarden Euro die Familie Reimann aus der Umgebung von Mannheim und Heidelberg, deren Holding JAB unter anderem Beteiligungen am Parfümhaus Coty und dem Kaffeehersteller Jacobs Douwe Egberts hält. 

          Von den Top-Plätzen verdrängt wurde die Quandt-Erbin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, deren Vermögen von 19 Milliarden auf 15,3 Milliarden Euro geschrumpft sei. Ihren Titel als reichste Frau Deutschlands muss sie jedoch nicht abgeben – sie bleibt weiterhin die einzige weibliche Milliardärin unter den Top Ten.

          Insgesamt soll es in Deutschland so viele Milliardenvermögen geben wie nie zuvor: Die Zahl sei im Vergleich zum Jahr 2018 um 31 auf nunmehr 259 gestiegen. Das Gesamtvermögen der 1000 reichsten Deutschen sei ebenfalls gestiegen, um 3,33 Prozent auf 1,053 Billionen Euro. Damit liegt es weiterhin über der Billionengrenze, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal überschritten wurde. 

          Auch zu den Vermögenswerten der großen Familienverbunde hat „Bilanz“ recherchiert. Hier liege die Eigentümerfamilie Boehringer und von Baumbach des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim mit 43,9 Milliarden Euro vorne, gefolgt von der Familie Merck mit 37,1 Milliarden Euro. Familie Siemens komme im Vergleich auf „nur“ 7 Milliarden Euro. 

          Zusammengenommen belaufen sich die Vermögenswerte der 1000 reichsten Einzelpersonen und 16 wohlhabendsten Großfamilien in Deutschland damit auf fast 1,2 Billionen Euro, was mehr als einem Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht. 

          Mit Blick auf die Landkarte der Bundesrepublik sammele sich das meiste Vermögen in Westdeutschland und dort vor allem in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Im Osten fänden sich nur wenige Vermögensmilliardäre.

          Grundlage der Erhebung sind Recherchen in Dokumenten und bei Vermögensverwaltern, Finanzexperten und Ökonomen, bei Anwälten und Vertretern der Rangliste selbst. In die Bewertung fließen Aktienkapital, Kapitalanlagen, Immobilien, Kunstsammlungen und Familienstiftungen, aber auch Unternehmenswerte mit ein.

          Schwarz wird allerdings in der aktuellen Auflistung deutlich reicher gerechnet, als in anderen Rankings. Das „Manager Magazin“ beispielsweise schätzte sein Vermögen vor einem Jahr auf 25 Milliarden Euro, das amerikanische Magazin „Forbes“ geht von 17 Milliarden Euro aus. 

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