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Neue EZB-Chefin : Das könnte sich unter Christine Lagarde ändern

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt Bild: dpa

Am Freitag beginnt die Amtszeit von Christine Lagarde. Wie wird die Nachfolgerin Mario Draghis auf die kommenden Herausforderungen reagieren? Unter Ökonomen sorgt das für muntere Diskussionen.

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          Das geht ja gut los. Am Freitag beginnt die Amtszeit der neuen Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, der Nachfolgerin von Mario Draghi. Die globalisierungskritische Organisation Attac hat schon mal Demonstrationen vor der EZB-Zentrale im Frankfurter Ostend angekündigt. Sie will erreichen, dass Lagarde bei den neuen milliardenschweren Anleihekäufen der EZB, die noch von ihrem Vorgänger angestoßen wurden, aber mit ihrem Amtsantritt losgehen, verstärkt ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt. Das wiederum hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann schon heftig abgelehnt, weil er eine Verwässerung der Zielsetzung der Notenbank, der Preisstabilität, befürchtet. Juristische Schritte gegen die neuen Anleihekäufe sind am Donnerstag gescheitert, einen Eilantrag von EZB-Kritikern wies das Bundesverfassungsgericht ab.

          Christian Siedenbiedel
          (sibi.), Finanzen, Wirtschaft

          Lagardes erster richtiger Arbeitstag aber wird ohnehin der Montag sein. Denn in der EZB, so will es die Tradition, ist der 1. November ein Feiertag. Allerheiligen wird in einigen Ländern der Eurozone nicht gearbeitet, und so hat auch die Notenbank-Belegschaft frei. Eine erste Willkommens-Veranstaltung in der EZB-Zentrale für Lagarde ist deshalb erst für Montag geplant. Beziehen wird die Präsidentin das große Büro im 40. Stockwerk des markanten EZB-Hochhauses, in dem bislang Draghi residiert hatte. Mit auf dem Flur sitzt Vizepräsident Luis de Guindos. Auch privat will Lagarde sich künftig häufig in Frankfurt aufhalten – sie will dafür eine Wohnung im Frankfurter Westend in der Nähe des Palmengartens beziehen.

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