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Finanzbranche im Umbruch : Den Filialbanken brechen die Erträge weg

  • -Aktualisiert am

Auch mit Blick auf die mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank sind die Filialen ein Thema. Bild: Lukas Kreibig

Das Geschäft mit den Privatkunden wird für die Banken immer schwieriger. Fachleute rechnen vor, wie groß ihre Bedrohung ist.

          In den Fusionsverhandlungen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank steht auch das Filialgeschäft mit Privatkunden im Mittelpunkt. Die beiden Großbanken mit zusammen mehr als 30 Millionen Kunden und 2500 Filialen müssen auch hier um Erträge kämpfen.

          Wie aus der an diesem Donnerstag veröffentlichten Studie der auf Finanzdienstleistungen ausgerichteten Beratungsgesellschaft Zeb hervorgeht, sind die Filialbanken in den meisten europäischen Ländern mit einer Ertragsstagnation konfrontiert. Diese sei auf sinkende Kredit- und Einlagenmargen in einem niedrigen Zinsumfeld zurückzuführen.

          Basierend auf aktuellen Trends erwarten die Berater in den kommenden fünf Jahren einen Rückgang der Einlagenerlöse um mehr als 40 Prozent. Die im europäischen Filialgeschäft insgesamt zu erzielenden Erträge würden im Jahr 2022 mit 256 Milliarden Euro um 6 Prozent unter dem Niveau von 2017 liegen.

          In Deutschland wird der Ertragspool, um den sich Sparkassen, Volksbanken und private Banken wie Deutsche Bank oder Commerzbank in drei Jahren streiten werden, noch 39 Milliarden Euro ausmachen. Das wären ungefähr 7 Prozent weniger als im Jahr 2017.

          Während die niedrigen Zinsen das Einlagengeschäft schwer unter Druck setzen, erwarten die Zeb-Berater eine zunehmende Bedeutung der Provisionserträge. Solche Gebühren verdienen Banken zum Beispiel in der Vermittlung von Anlagen. Die Zeb-Berater sehen eine Diskrepanz zwischen dem Versprechen der Filialbanken, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, und der Wahrnehmung durch die Kunden. In Umfragen sagen diese, dass Bankprodukte wenig persönlichen Nutzen bieten. Deshalb seien die Kunden nicht bereit, für bestehende Angebote mehr zu zahlen.

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