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Kunstmarkt : Damien Hirsts Gespür für Geld

Der Künstler Damien Hirst und sein jüngstes Projekt „The Currency“. Bild: Damien Hirst and Science Ltd. Ph

Digitalkunst ist auf einmal Millionen wert. Keiner spielt damit so virtuos wie Superstar Damien Hirst. Der wohl reichste Künstler der Welt schlägt seit Jahrzehnten Kapital aus Provokationen rund um Geld, Tod und Kunst.

          5 Min.

          Wenn sich jemand auf Kunst und Kommerz unverschämt gut versteht, dann Damien Hirst. Mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Dollar ist der 1965 geborene Brite der wohl reichste Künstler der Welt und schlägt als geschäftstüchtiges Enfant terrible seit Jahrzehnten Kapital aus Provokationen rund um Geld und Tod und Kunst. Ein gierig wirkender Hai mit aufgerissenem Maul, von Hirst in Formaldehyd eingelegt, „The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“, begründete den Ruhm und die Marktmacht des Künstlers: 6,5 Millionen Pfund zahlte ein Sammler Anfang des Jahrtausends für „fish without chips“, wie die britische Presse ätzte. 2007 folgte das noch obszönere Vanitasmotiv „For the Love of God“. Den mit Diamanten besetzten Platinabguss eines menschlichen Schädels, Materialwert vierzehn Millionen Pfund, kaufte für hundert Millionen Pfund ein Investorenkonsortium – zu dem Hirst selbst gehörte. So offenbarte der Künstler sich kurz vor der Bankenkrise als Spekulant in eigener Sache.

          Ursula Scheer
          Redakteurin im Feuilleton.

          „Mich hat immer schon fasziniert, wie wir Dingen Wert zusprechen“, sagt Hirst dieser Tage rückblickend – und schaut nach vorn. Der nur scheinbar romantisch gewordene Konzeptkünstler mag in der Pariser Fondation Cartier mit neopointillistischen Gemälden von blühenden Kirschbäumen provozieren (auch Retro-Lieblichkeit kann ein Affront sein), hat aber noch ganz andere Blütenträume. Kryptische.

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