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Daimler und andere : Was die Konzernaufspaltung für Aktionäre bedeutet

Daimler Truck, die Lkw-Sparte des Daimler-Konzerns, und Mercedes-Benz, die Pkw-Sparte, gehen in Zukunft getrennte Wege. Bild: Daimler

Daimler teilt sich in zwei: Die Auto- und Lastwagensparte des Traditionskonzerns gehen künftig getrennte Wege – ein Trend, dem in den letzten Jahren viele Unternehmen gefolgt sind. Für Aktionäre kann das zum Vorteil sein.

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          Konglomerat war noch nie ein Wort, das zum Verfassen von Gedichten einlud. Doch seit einigen Jahren hat es auch in den Ohren vieler Investoren einen hässlichen Klang. Dabei waren solche Mischkonzerne, zu denen oft völlig verschiedene Geschäftsbereiche gehören, an der Börse einst schwer in Mode. Das ist längst vorbei, derzeit folgt eine Firmenaufspaltung auf die nächste. Sogar ein deutsches Traditionsunternehmen wie Daimler kann sich dem Sog nicht entziehen, auch wenn es sich bei dem Autobauer nicht um ein Konglomerat im klassischen Sinne handelt. Sei es drum: Am kommenden Freitag spaltet der Konzern seine Lkw- und Bussparte namens „Daimler Truck“ vom Pkw-Geschäft unter dem Namen „Mercedes-Benz“ ab. Dann erhalten alle Daimler-Aktionäre für je zwei Aktien eine zusätzliche Lkw-Aktie. Ein historisches Ereignis für das Unternehmen, das das Automobil gewissermaßen erfunden hat.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch Wehmut ist zumindest aufseiten der Investoren fehl am Platze. Sie folgen der Logik: Was früher gut war, muss deswegen heute längst nicht mehr richtig sein. Sogar General Electric (GE), lange Zeit der amerikanische Mischkonzern schlechthin, muss sich dieser Logik nun beugen. Vor wenigen Wochen kündigte GE, unter seinem legendären Chef Jack Welch (1935–2020) einst weltweit bewundert, die Aufspaltung des Unternehmens in drei Firmen an – in ein Unternehmen für Medizintechnik, eines für Energie und ein weiteres für Flugzeugteile. Danach wird General Electric nicht wiederzuerkennen sein.

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