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Scherbaums Börse : Daimler – In der Ruhe liegt die Kraft

  • -Aktualisiert am

Braucht ein wenig Politur – der Daimler-Stern Bild: Reuters

Die Situation beim Autobauer Daimler ist nicht einfach. Doch die Aktie könnte am Ende des Tages als schönes Beispiel dienen, um eine alte Börsenweisheit zu bestätigen.

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          Die Woche war hart. Für den Daimler-Vorstand, für die Belegschaft und auch für die Aktionäre des Traditionskonzerns. Das, was der seit vergangenem Jahr amtierende Daimler-Vorstandschef Ola Källenius am Dienstag an Bilanz für 2019 zog, war alles andere als positiv. „Vor allem erhebliche Sonderbelastungen beeinträchtigten unsere Finanzergebnisse im vergangenen Jahr“, so der Daimler-Chef. Einen großen Teil dieser Sonderbelastungen ist dem Dieselskandal zuzuschreiben.

          Es war also ein schwaches Jahr für Daimler, keine Frage. Der Konzern konnte leider aber auch nicht so richtig Aufbruchstimmung verbreiten. Auch für das Geschäftsjahr 2020 ist erst einmal schmale Kost angesagt: Der Konzernabsatz soll leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Zwar soll das EBIT deutlich steigen. Dies ist jedoch kein großes Kunststück, nachdem der Vorjahreswert von zahlreichen negativen Sondereffekten belastet wurde.

          Was macht der Kleinanleger?

          Was macht nun ein Kleinanleger, der zu dieser überschaubaren Gruppe der Deutschen gehört, die wirklich in Aktien investiert sind und dann auch noch in einer wie Daimler? Einfach den Gürtel enger schnallen – so wie die Daimler-Mitarbeiter – und akzeptieren, dass es erst einmal weniger in Form der Dividende zu verdienen gibt?

          Es dürfte für viele Aktionäre erst einmal die richtige Wahl sein. Denn nur weil ein Geschäftsjahr miserabel verläuft, wird auch kein Großaktionär die Schwaben verlassen. Einmal mehr sollten Privatanleger öfter auf die Investor-Relations-Seiten von Konzernen schauen und sich informieren, wer den größten Anteil am jeweiligen Kuchen hat.

          Bei Daimler zählen zu den größten Anteilseignern der Staatsfonds von Kuwait (seit 1974), Renault-Nissan (mit einer Überkreuzbeteiligung seit 2010) und der chinesische Investor Li Shufu. Dieser hält über die Firma Tenaciou3 Prospect Investment Limited (seit 2018) den größten Aktienanteil an Daimler mit 9,7 Prozent. Im Juli 2019 hat sich die chinesische BAIC Group mit 5 Prozent der Stimmrechte an Daimler beteiligt. Solche Großaktionäre wissen nur zu gut: Eine Sachwert-Anlage, also die Beteiligung an einem Unternehmen durch Aktien, spielt ihr Renditeergebnis erst mit der Zeit aus. Wer auf den schnellen Euro hofft, wird überwiegend enttäuscht werden. Vor allem in einer Branche wie der Automobilindustrie.

          An der Börse wurde Daimler derweil in den vergangenen Tagen nicht mehr stark abgestraft. Das geschah schon in den Wochen davor. Mehr als 13 Prozent ging es seit Jahresanfang abwärts.

          Analysten schreiben Daimler nicht ab

          Trotzdem sollte niemand an der Börse den Dax-Konzern abschreiben. Das Gros der Analysten macht es jedenfalls nicht. JP Morgan rät mit einem Kursziel von 62 Euro die Aktie überzugewichten, während die Masse an Analysehäusern die Daimler-Aktie mit „Hold“ bewertet.

          Aktuell raten vier Analystenhäuser zum Kauf, zehn zum Halten der Daimler-Papier und fünf zum Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 50 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von weniger als 44 Euro ergibt sich ein Kurspotential von mehr als 15 Prozent.

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