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Scherbaums Börse : Cyberangriffe kosten Millionen – der Schutz davor auch

  • -Aktualisiert am

Nichts geht mehr: Digitale Angreifer können Unternehmen und ganze Branchen lahmlegen. Bild: dpa

Die Verteidigung gegen Hacker und Datendiebe wird eines der bestimmenden Themen des 21. Jahrhunderts. Anleger können an diesem Geschäftsmodell gut verdienen.

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          Cyberangriff – noch vor zehn oder 15 Jahren war das ein eher fiktives Szenario aus einem Blockbuster-Film aus Hollywood. In Zeiten der Digitalisierung gehören Hacker-Angriffe mittlerweile zum Alltag. Die Cyberkriminalität ist allgegenwärtig und rund um die Welt aktiv.

          Viele Angriffe sind rücksichtslos und sogar lebensbedrohlich. Ein abschreckendes Beispiel ist der Anschlag auf das irische Gesundheitssystem im Juni. Durch dessen Lahmlegung hatte niemand mehr Zugriff auf die digitalen Patientenakten. Arzttermine und sogar Operationen mussten in der Folge abgesagt werden. Nicht zu vergessen auch die Angriffe auf das amerikanische Unternehmen Colonial Pipeline und den fleischverarbeitenden Riesen JBS in Brasilien, die beide am Ende Millionen-Lösegelder bezahlten, um die Kontrolle über die eigenen Computersysteme wiederzuerlangen. Hinzu kommt eine lange Liste von weniger bekannten Unternehmen, Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen, die in den vergangenen Jahren Opfer von Cyber-Attacken wurden.

          War früher Cybersicherheit für das Gros der PC-Nutzer mit der Anwendung von Virensoftware abgetan, so ist heute das Thema deutlich komplexer geworden. Das haben rund um den Globus viele Konzerne erkannt. Es ist ein Milliarden-Markt für die Anbieter geworden. Denn Cyberangriffe können Marken, die jahrzehntelang aufgebaut wurden, in nur einem Augenblick nachhaltig beschädigen. Auch die Großen der Branche sind augenscheinlich nicht sicher und schützen sich, wie das Beispiel Google aufzeigt. Auch der jüngst angegriffene Suchmaschinen-Konzern fügte seiner neuesten Android-Version kürzlich ein Datenschutz-Dashboard hinzu.

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Privat

          Wer als Anleger das Thema Internet der Dinge interessant findet, kommt im gleichen Atemzug eigentlich nicht um Cybersicherheit herum. Auch hier dürfte sich ein spannendes Investmentthema der nächsten Jahre verbergen. Laut einer Analyse der Investmentbank Jefferies dürften die weltweiten Ausgaben für IT-Sicherheit bis 2023 um etwa 10 Prozent pro Jahr bis auf 158 Milliarden US-Dollar steigen und somit die IT-Ausgaben weltweit deutlich übertreffen. Der Investitionsbedarf in Cybersecurity ist laut dem amerikanischen Analysehaus Tematica niemals größer gewesen.

          Investitionschancen für Anleger

          „So sehr es viele Institutionen und Privatpersonen schmerzt, wenn Cyberangriffe Schwachstellen offenlegen – für Anleger bedeutet diese Situation letztlich große Investitionschancen“, sagt Rahul Bhushan, Mitgründer von Rize ETF, einem europäischen Anbieter thematischer Exchange Traded Funds (ETFs).

          Der Megatrend Cybersicherheit dürfte nach Ansicht von Bhushan noch durch das sich ausweitende Internet der Dinge (IoT) sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen noch weiter zulegen, wenn neben Smartphones, Tablets, Wearables und Smart-Home-Geräte künftig auch Autos, Krankenhäuser und medizinische Geräte online und per IoT angedockt sind. Auch der Ausbau der 5G-Technologie wird das Thema Datensicherheit weiter anfeuern.

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