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Cum-Ex-Skandal : Kronzeuge belastet Clearstream und Deutsche Bank

Die Türgriffe am Bonner Landgericht schmücken Paragraphen-Symbole. Einer der Angeklagten im Cum-Ex-Prozess belastet mit seiner Aussage vor allem die Börsentochter Clearstream. Bild: Reuters

Zweiter Verhandlungstag im Cum-Ex-Prozess am Bonner Landgericht. Infolge der umfassenden Aussage eines Angeklagten rückt nun vor allem die Börsentochter Clearstream in den Mittelpunkt des Geschehens.

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          Der Mann im dunkelblauen Pullunder steht vor einem großen Bildschirm. Mit einem Laserpointer deutet er auf ein Schaubild. Das 1x1 des Dividenden-Arbitragengeschäfts. Die nächste Grafik folgt, anhand der vielen Farben können die Zuhörer die Komplexität erkennen. „Selbst die grundlegendste Cum-ex-Transaktion umfasst schon 12 Bewegungen“, erklärt Martin S., der Mann im Pullunder. Es ist keine Vorlesung im Börsenrecht und S. ist kein Professor, sondern Angeklagter im Bonner Strafprozess um die umstrittenen Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag (Cum-Ex).

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen besonderen Schwerpunkt seiner Aussage legt S. auf die zentrale Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft Clearstream. Jede einzelne Aktie in jeder Transaktion in seinem Strafverfahren sei durch Clearstream gesettelt worden. „Clearstream ist ein zentraler Player für Cum-Ex“, sagte S. und verwies darauf, dass die Verwahrstelle auch in der Steuergesetzgebung und für die Fortentwicklung von Regularien eine wichtige Rolle spiele. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Börse war erst Ende August von Ermittlern der Staatsanwaltschaft Köln durchsucht worden. Die Ermittlungen dauern noch an.

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