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Cum-ex-Prozess : Endlich ist Hanno Berger da!

  • -Aktualisiert am

Hanno Berger (rechts) mit seinem Anwalt Sebastian Kaiser Bild: dpa

Hanno Berger steht in Wiesbaden vor Gericht. Das hessische Justizministerium hat lange dafür gearbeitet. Jetzt muss es sich auf einen Marathon-Prozess einstellen.

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          Endlich ist er da. Hanno Berger, in der Anklage von Frankfurter Staatsanwälten als „Spiritus Rector“ vieler Cum-ex-Geschäfte in das Zentrum des Steuerskandals geschoben, steht in Wiesbaden vor Gericht. Für Eva Kühne-Hörmann, jüngst abgelöste Justizministerin in Hessen, dürfte das ein letzter, stiller Triumph sein. Es ist der Beharrlichkeit ihres Ministeriums mit zu verdanken, dass Berger nach Deutschland ausgeliefert worden ist.

          Doch der jetzt beginnende Strafprozess wird lang, es wird zäh und vor allem kontrovers werden. Berger, der Staatsanwälte schon mal als „Drecksbande“ beschimpft und sich zu Unrecht vor Gericht sieht, wird die Bühne, die ihm die Justiz in Wiesbaden bietet, für sich nutzen – wie man es schon aus seinem Parallelverfahren in Bonn kennt. Es wird Belehrungen an Gericht, Zeugen und natürlich die Staatsanwaltschaften geben. Hinzu kommt der hohe Erwartungsdruck der Öffentlichkeit: Endlich steht da jemand vor Gericht, auf den sich der Skandal, dessen komplexe Strukturen außer Steuerjuristen mit Prädikatsexamen kaum einer versteht, projizieren lässt.

          Hessens neuer Justizminister Roman Poseck wird dieses Treiben auf dem Festplatz „Gibber Kerb“, wo der Prozess stattfindet, genau im Blick haben. Als langjähriger Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt wird Poseck hoffentlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen: Hessens Strafjustiz darf nicht an Tempo verlieren. Sie muss sich vielmehr für einen Marathon an Verfahren warmlaufen.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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