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Anlagemöglichkeiten : Crowd-Investing in Immobilien bleibt eine Nische

Für Investoren bietet die geringe Regulierung auch einen Vorteil. Ein Crowd-Investment ist mit wenigen Klicks und ohne umständliche Identifikation abzuschließen und kostet weder Agio noch Gebühren. Aufgrund der geringen Mindestanlagen lässt sich zudem auch mit geringem Kapitaleinsatz eine Streuung erreichen.Nichtsdestoweniger fristet die Anlageform immer noch ein Nischendasein. Mindestens 13 deutschsprachige Anbieter vermitteln derzeit Beteiligungen. Doch nur fünf haben aktuell Projekte im Angebot. Das ist angesichts des derzeit so regen Immobilienmarktes etwas überraschend.

Konzentration auf Technologie und Innovation

Kapitalfreunde etwa hat das bisher letzte Projekt schon Ende 2013 abgeschlossen. Künftig will man in stärker regulierte Bereiche vordringen. Die Regulierung sei zwar lästig, doch müsse man sie als vertrauensbildend begreifen, sagt Gründer Michael Ullmann, der noch größere Pläne hat. „Wir müssen die Produkte anpassen und emotionalisieren, weil das im Internet sehr wichtig ist“, sagt er und denkt weiter: Immobilien-Investments als Teil der Share-Economy in Verbindung mit neuen Währungen. Konkret seien zurzeit zwei Projekte in Vorbereitung.

Mezzany etwa hat sein bisher einziges Projekt vor gut einem Jahr umgesetzt. Da man die Projekte in Form von Anleihen vertreibe, dauere die Umsetzung aufgrund der stärkeren Regulierung aber länger, heißt es vom Unternehmen.Companisto hält sich dagegen bei Immobilienprojekten zurück. Das sei derzeit nicht der Fokus, man konzentriere sich auf Technologie und Innovation, weil hier zurzeit „viel Spannendes“ laufe. „Wir sind dem Thema Immobilienfinanzierung aber weiter aufgeschlossen“, sagt der Pressesprecher.Ganz anders dagegen sieht es bei Zinsland aus. „Wir kommen gar nicht hinterher mit den Projekten, weil sie so schnell gezeichnet sind“, sagt von Stechow. Zinsland hat aber offenkundig einen Vorteil. Entstanden ist die Plattform aus dem Private-Equity-Fonds Civum, der Immobilienprojekte finanziert hat. Aus dessen und aus neuen Netzwerken kämen die aktuellen Projekte.

Eigenkapitalbeteiligungen mit entsprechend hohem Risiko

iFunded kann aus dem Fundus der Immobiliengesellschaft Skjerven Group schöpfen, die die Plattform mitgegründet hat, ist aber noch nicht am Start. „Es hat uns unerwartet eine technische Hürde bei der Zahlungsabwicklung überrascht, die wir dabei sind zu nehmen“, sagt Stephan. Das Interesse sei aber sehr groß.

Im Grunde können zwei Arten von Immobilien-Crowd-Investing-Plattformen unterschieden werden: Fintechs und Immobilien-Unternehmen. Erstere bieten eine Vertriebsplattform für Projekte Dritter an, Letztere nutzen dies als zusätzliche Finanzierungsquelle. Dazu gehören etwa iFunded, aber auch Renditefokus, das letztlich ein Vertriebskanal für die Münchener Bauträgergesellschaft IBS ist.

Eine Sonderstellung nimmt Group Estate ein. Die Plattform führt Kauf- und Bauinteressenten zusammen, die sich für gemeinsame Projekte zusammenschließen. So etwa sucht das „Wohnprojekt Ro70“ aus Weimar noch weitere 42 Mitglieder, die das ehemalige städtische Klinikum entwickeln, sanieren und bewohnen möchten. Die meisten Projekte haben jedoch den Charakter von „Blind Pools“. Hier werden Mitglieder gesucht, die eine Immobilie in einer Stadt kaufen möchten. Es handelt sich daher um Eigenkapitalbeteiligungen mit entsprechend hohem Risiko und unbekannter Rendite.

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