https://www.faz.net/aktuell/finanzen/credit-suisse-weist-uebernahmegeruechte-zurueck-18091414.html

Krisenbank : Credit Suisse weist Übernahmegerüchte zurück

Unter Druck: Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein Bild: Reuters

Vorstandschef Gottstein will von dem angeblichen Interesse der US-Bank State Street nichts wissen. Die Commerzbank muss wettbewerbsfähiger werden.

          1 Min.

          Anleger, die Nervenkitzel mögen, sollten bei der Aktie der Schweizer Großbank Credit Suisse zugreifen. Der Kurs des sich in einer Krise befindenden Instituts fällt durch enorme Schwankungen auf. Das ist auch am Donnerstag so gewesen, als die Kursnotierung zwischen einem Gewinn von mehr als 2 Prozent und einem Verlust von fast 5 Prozent schwankte. Aber das war nichts im Vergleich zum Mittwoch, als die Warnung vor einem Verlust im zweiten Quartal den Aktienkurs zunächst mit bis zu 7,6 Prozent ins Minus schickte. Zum Handelsschluss verzeichnete der Titel aber ein Kursplus von 3,8 Prozent.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für die beeindruckende Erholung war ein Bericht des Zürcher Finanzportals „Inside Paradeplatz“ verantwortlich, wonach die amerikanische Bank State Street an einer Übernahme der Credit Suisse interessiert sei. Doch diesem Gerücht trat am Donnerstag Vorstandschef Thomas Gottstein auf einer Konferenz der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs entgegen. Er ließ durchblicken, dass eine mögliche Übernahme durch State Street kein Thema ist. Grundsätzlich kommentiere Credit Suisse Marktspekulationen nicht, sagte Gottstein. Er halte sich aber auch an den Rat seines Vaters, dumme Fragen nicht zu beantworten.

          CS GROUP N

          -- -- (--)
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Gottstein stellte angesichts des schwierigen Geschäftsverlaufs zudem Sparmaßnahmen in Aussicht. So könnten einige Wachstumsinitiativen etwa in Asien gedrosselt werden. Am Mittwoch hatte die Credit Suisse eingeräumt, auf den dritten Quartalsverlust in Folge zuzusteuern. Allerdings sind diesmal nicht Altlasten die Ursache, sondern die Flaute in Teilen des operativen Geschäfts, insbesondere im Kapitalmarktgeschäft.

          Für die Commerzbank hat eine gute Rentabilität nach den Worten von Finanzchefin Bettina Orlopp oberste Priorität. „Unser Hauptziel ist, zu einem Rentabilitätslevel zurückzukehren, das wettbewerbsfähig ist“, sagte Orlopp auf der Goldman-Sachs-Konferenz. Erst dann könne über Investitionsmöglichkeiten nachgedacht werden. Gleichwohl habe die Commerzbank schon umfassende Investitionsprogramme laufen, erklärte sie und verwies auf Maßnahmen zu Modernisierung und Digitalisierung. Eine Zinserhöhung der EZB wäre gut für die Commerzbank, da das Institut sehr „zinssensibel“ sei.

          Weitere Themen

          Tauwetter am Markt

          FAZ Plus Artikel: Kryptoanlagen : Tauwetter am Markt

          Seit einigen Wochen steigen die Kurse der Kryptoanlagen wieder. Vor allem der Wirbel um Änderungen bei Ethereum sorgt für Optimismus. Aber Zweifel an der Erholung bleiben.

          Topmeldungen

          Kanzler Olaf Scholz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Mahmud Abbas

          Holocaust-Äußerung von Abbas : Der Kanzler muss Flagge zeigen

          Deutschland hat gute Gründe für seine Sicht auf den Holocaust und dessen Einzigartigkeit. Diese Haltung gilt es zu verfechten. Doch Bundeskanzler Scholz steht wie ein begossener Pudel da, anstatt Farbe zu bekennen.
          Straßenverkäufer Fernando Lopes macht derzeit ein gutes Geschäft mit Badetüchern.

          Präsidentenwahl in Brasilien : Populist gegen Populist

          In Brasilien tritt Präsident Jair Bolsonaro gegen seinen Vorgänger Lula da Silva an. Wenn der Amtsinhaber verliert, könnte es zu Ausschreitungen kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.