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Spitzelaffäre : Neue Ohrfeigen für die Credit Suisse

Schöner Schein: Hinter der Fassade der Credit-Suisse-Zentrale in Zürich verbergen sich gravierende Missstände. Bild: Bloomberg

Die Finanzmarktaufsicht rollt die Überwachungsaffäre der Schweizer Skandal-Bank auf und stellt zudem schwere Aufsichts- und Organisationsmängel fest. Doch das ist noch längst nicht alles.

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          Auf der langen Liste der Skandale Schweizer Banken taucht ein Name mit verlässlicher Kon­stanz auf: Credit Suisse (CS). Zum Verdruss der eigenen Aktionäre hält die zweitgrößte Schweizer Bank die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) seit Jahren auf Trab. In diesem Jahr haben die Aufseher gleich zwei sogenannte Enforcementverfahren gegen die CS eingeleitet. Dieses Instrument dient der Durchsetzung von Aufsichtsrecht und ist das schärfste Schwert der Finma, die keine Geldbußen verhängen darf. Die Untersuchungen betreffen Archegos und Greensill. Im Fall Archegos hat die Bank in Geschäften mit einem New Yorker Börsenzocker auf einen Schlag 5 Milliarden Franken verloren. Der Name Greensill steht für ein Debakel im Fondsgeschäft, das etliche Anleger noch teuer zu stehen kommen dürfte und die Reputation der CS als Vermögensverwalter beschädigt.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Am Mittwoch informierte die Finma nun über den Abschluss von zwei weiteren Enforcementverfahren, die sie schon zu früheren Zeitpunkten eingeleitet hatte. Diese Untersuchungen betreffen die Spitzelaffäre rund um frühere Führungskräfte der Bank und einen Korruptionsskandal in Mosambik. In beiden Fällen stellt die Finma der Bank ein grottenschlechtes Zeugnis aus.

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