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Hat Apollo Interesse? : Covestro-Anleger hoffen auf Übernahme

  • Aktualisiert am

Runde Sache: Covestro-Logo am Firmensitz in Leverkusen Bild: Reuters

Der Aktienkurs des Kunststoffspezialisten profitiert von Gerüchten über mögliche Kaufabsichten eines bekannten Finanzinvestors.

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          Die Aktien von Covestro sind am Freitag von plötzlicher Übernahmefantasie angetrieben worden. Nachdem eine Nachrichtenagentur am Vorabend aus informierten Kreisen berichtet hatte, der Finanzinvestor Apollo Global Management habe den Kunststoffkonzern in den vergangenen Wochen kontaktiert, gingen die Papiere am Morgen senkrecht hoch. In der Spitze hatten sie fast zehn Prozent gewonnen, beim jüngsten Kurs von 47,70 Euro relativierte sich das Plus auf knapp sieben Prozent. Sie waren damit aber weiter der unangefochtene Dax -Spitzenreiter.

          Wie es in dem Bericht hieß, sind die Überlegungen des New Yorker Private-Equity-Hauses noch in einem frühen Stadium und ein Deal damit keinesfalls sicher. Covestro reagierte denn auch mit der Aussage, dass man sich aktuell nicht in Übernahmediskussionen mit dem Investor befinde. Den Übernahmefantasien an der Börse tat das jedoch keinen Abbruch. Apollo wird bereits Erfahrung in der Plastikindustrie nachgesagt, etwa wegen eines Engagements beim Chemiekonzern LyondellBasell.

          Bei Händlern traf die Spekulation generell nicht auf Verwunderung, schließlich sei der Kunststoffkonzern ein gut geführtes Unternehmen mit guter Stellung im Markt. So müsse man sich aber die Frage stellen, was ein Investor da noch besser machen könne. Da Covestro lediglich über zwei große Standbeine verfüge (Polyurethane und Polycarbonate), sah es ein Börsianer als möglich an, dass Apollo darauf abzielen könnte, den Konzern in ein größeres Unternehmen einzubringen.

          COVESTRO AG O.N.

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          Auch Analyst Sebastian Satz von der britischen Barclays-Bank zeigte sich in einem ersten Kommentar nicht überrascht. Vielmehr erinnerte er daran, dass ihm Covestro schon lange unterbewertet erscheine. Satz glaubt, dass der Investor die gegenwärtige Krise für sich nutzen könnte. „Der Sinn eines solchen Geschäfts wäre unserer Ansicht nach der Zeitpunkt im aktuellen Zyklus“, so der Experte. Covestro habe im zweiten Quartal wohl den Tiefpunkt erlebt, was die Gewinnentwicklung betrifft.

          Rauch und Feuer

          Ähnlich sieht es Analyst Michael Schäfer von der Commerzbank, der die Gewinne von Covestro vor einer Erholung sieht. Er bemühte daher das Sprichwort „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“. „Die Spekulationen dürften die Anleger daran erinnern, dass Covestro ein attraktives Übernahmeziel ist“, so der Experte. Auch Analystin Georgina Iwamoto von Goldman Sachs sieht in dem Konzern ein strategisch sinnvolles Ziel, vor allem dank der vergleichsweise guten Kostenstruktur und der Marktanteile.

          Vor dem Kurssprung am Freitag war Covestro an der Börse etwa 8,2 Milliarden Euro wert, mit etwa 7,5 Prozent ist der ehemalige Mutterkonzern Bayer noch immer der größte Einzelaktionär. Kursmäßig hat die Aktie die von Börsianern erwartete Besserung der Geschäfte in gewissem Maße schon vorweg genommen. Seit dem Corona-Tief, das die Aktien im März bei 23,54 Euro erreichten, hat sich der Kurs schon wieder verdoppelt.

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