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Nach dem schwarzen Montag : Der Dax steigt wieder über 11.000 Punkte

  • Aktualisiert am

Angst an der Börse: Wie tief fallen die Kurse noch? Bild: dpa

Die Aktienkurse steigen wieder. Die Anleger setzen dabei nicht nur auf eine Ankündigung des amerikanischen Präsidenten.

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          Nach dem sehr schwachen Wochenstart, an dem der deutsche Leitindex um fast 8 Prozent abgesackt war, ging es nun wieder um 3,71 Prozent auf 11.019 Punkte aufwärts. Der M-Dax der mittelgroßen Börsentitel rückte um 3,84 Prozent auf 23.977 Punkte vor. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, gewann 4,22 Prozent. Am deutschen Aktienmarkt zeigte sich die große Mehrheit der Dax-Familie wieder im Plus. Die Papiere der Deutschen Bank erholten sich mit plus 6,6 Prozent, nachdem sie tags zuvor auf ein Rekordtief gesackt war. Die Aktien der Deutschen Post gewannen 6,3 Prozent, nach allerdings fast minus 9 Prozent am Montag. Der Logistikkonzern verdiente 2019 unterm Strich mehr und hob nun die Dividende an.

          Die Anteile des Chipherstellers Infineon gewannen 5,6 Prozent. Die Münchener haben für ihre geplante rund 9 Milliarden Euro schwere Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Cypress Semiconductor eine wichtige Hürde in den Vereinigten Staaten genommen.

          Schaeffler legt 14,2 Prozent zu

          Mit Ausnahme der Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co erholten sich an diesem Tag auch alle weiteren Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte vorlegten. Im M-Dax stiegen Symrise um 6,5 Prozent und Uniper um 1,8 Prozent. Im S-Dax gewannen Schaeffler 14,2 Prozent. Der Vorstandschef des Industrie- und Autozulieferers, Klaus Rosenfeld, hatte zur Zahlenvorlage mitgeteilt, dass alle chinesischen Fabriken wieder laufen und die Kapazitätsauslastung in China bei 80 Prozent liege.

          Überdurchschnittlich gewannen die Aktienkurse der Lufthansa und der Deutschen Post an Wert hinzu. Der Post-Vorstandsvorsitzende Frank Appel hatte schon den von ihm ursprünglich vorhergesagten operativen Ertrag von mindestens 5 Milliarden Euro in diesem Jahr mit einem dicken Fragezeichen versehen. Nun bekräftigte er anlässlich neuer Geschäftszahlen: „Auch unser Unternehmen kann sich nicht von der weltwirtschaftlichen Situation entkoppeln.“ Noch sei es indes zu früh, die konkreten finanziellen Auswirkungen abschätzen zu können.

          Auch Ölpreis hat sich leicht erholt

          Am Montag waren in Europa und Amerika die Aktienkurse stark gefallen. Der Dax verminderte sich um 8 Prozent und verzeichnete einen der höchsten Tagesverluste aller Zeiten. An der Wall Street fielen die Kurse zunächst so stark, dass die Börsen den Handel vorübergehend aussetzen.

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          Etwas erholt hat sich wiederum am Dienstag auch der Ölpreis. Ein Fass (159 Liter) der europäischen Sorte Brent kostete 4 Prozent mehr als am Vortag. Am Wochenende war der Preis um bis zu 30 Prozent gefallen, nachdem sich die wichtigen Ölförderländer Russland und Saudi-Arabien nicht einigen konnten, die Fördermenge gemeinsam zu reduzieren. Professionelle Beobachter gehen dabei auch davon aus, dass gerade die russische Seite mit diesem Schritt die Vereinigten Staaten im Blick hat – die amerikanischen Fracker benötigen höhere Preise um profitabel zu sein als die russischen und arabischen Konzerne.

          Zugleich erwarten die Anleger Details dazu, wie die amerikanische Regierung nun auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronovirus-Krise reagiert. Präsident Donald Trump hat am Montagabend neue und umfangreiche Schritte in Aussicht gestellt. Während eines kurzfristig anberaumten Auftritts im Weißen Haus in Washington kündigte er an, mit dem Kongress unter anderem über Lohnsteuererleichterungen sowie über Kredite für Kleinunternehmen reden zu wollen. Angedacht seien auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt würden – für die also bei einem Arbeitsausfall wegen einer Erkrankung besondere Härten entstehen.

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          Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin teilte seinerseits mit, regelmäßig mit dem Notenbankpräsidenten Jerome Powell die Folgen der Virusausbreitung zu besprechen. Die Währungshüter in Washington hatten in der vergangenen Woche schon in einem überraschenden Schritt die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt verringert.

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