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Coronavirus : Ein kritischer Augenblick in der Opec-Geschichte

Teilnehmer der Opec-Konferenz in Wien mussten am Donnerstag vor ihrem Einlass Fieber messen. Bild: AP

Erstmals seit mehr als zehn Jahren könnte die globale Nachfrage nach Öl sinken – weil ein Virus dafür sorgt, dass Teile der Wirtschaft Chinas darniederliegen. Die Ölländer reagieren mit kräftigen Förderkürzungen.

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          Was haben die Industrieländer nicht alles getan, um ihre Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Das Energiesparen wurde gefördert, Öl durch andere Produkte ersetzt, die Industrieproduktion wurde weniger ölintensiv gestaltet und der Benzinverbrauch von Motoren reduziert. So ging beispielsweise zwischen den Jahren 2004 und 2014 der Ölverbrauch in Deutschland um 10 Prozent zurück, während zugleich das Bruttoinlandsprodukt um 28 Prozent gestiegen ist. Im selben Zeitraum ist der Ölverbrauch in Japan um 18 Prozent zurückgegangen und in den Vereinigten Staaten um 8 Prozent. All das konnte zwar den Ölverbrauch in den westlichen Ländern eindämmen – überkompensiert wurde das aber immer durch einen höheren Ölverbrauch in den sogenannten Schwellenländern, vor allem in China.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das könnte jetzt zum ersten Mal seit mehr zehn Jahren, also seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, anders werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass im ersten Quartal 2020 der weltweite Ölverbrauch im Vergleich zum Vorjahresverbrauch zurückgeht, und zwar von um 0,435 Millionen Barrel (Fass zu 159 Liter) am Tag. „Das wäre tatsächlich das erste Minus im Vorjahresvergleich seit gut zehn Jahren“, sagt Frank Schallenberger, Ölfachmann der Landesbank Baden-Württemberg. Sollte das Coronavirus die Konjunktur noch länger lähmen, sei es sogar ein Rückgang über das Gesamtjahr 2020 sehr wahrscheinlich.

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