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Keine Jahresprognose : Ergebnis der Deka dürfte stärker sinken als erwartet

Deka-Zentrale im Hochhaus „Trianon“ in Frankfurt Bild: dpa

Der Niedrigzins lässt die Pensionsrückstellungen steigen, was der Sparkassen-Fondsgesellschaft die Bilanz verhagelt. Erschwerend hinzu kommen drohende Kreditausfälle und Kursverluste an den Börsen.

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          Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka wird angesichts höherer Pensionsrückstellungen im dritten Quartal und drohender Kreditausfälle durch die Corona-Pandemie sowie drohender Kursverluste an den Börsen vorsichtiger. Mit Bekanntgabe eines Gewinns im dritten Quartal vermied es Vorstandschef Georg Stocker am Mittwoch, die Jahresprognose zu konkretisieren. Das Ergebnis werde 2020 unter den 434 Millionen Euro des Vorjahres liegen, sagte er lediglich. Ende August hatte Finanzvorstand Daniel Kapffer gesagt: „Die Bandbreite der Abweichung dürfte aus heutiger Sicht durchaus 20 bis 30 Prozent betragen.“ Nun scheint sich ein höherer Gewinnrückgang abzuzeichnen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn bis zum 30. Juni hatte die Deka, getragen von einem starken Fondsabsatz, 162,5 Millionen Euro verdient, 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach neun Monaten teilte die Deka nun ein wirtschaftliches Ergebnis von 221,9 Millionen mit, was einem Gewinnrückgang um 42 Prozent entspricht.

          Vorsorge gegen Kreditausfälle aufgestockt

          Allerdings blieb sie trotz außerordentlicher Belastungen auch im dritten Quartal über der Gewinnschwelle. Und der Quartalsgewinn von 59,4 Millionen Euro wäre höher ausgefallen, wenn nicht 77 Millionen Euro an Pensionsrückstellungen wegen eines von 1,25 auf 0,85 Prozent deutlich verringerten Rechnungszinses hätten gebucht werden müssen. Die Vorsorge für Kreditausfälle, die zum Halbjahr deutlich aufgestockt worden war, belastete das Ergebnis nur um weitere 15 Millionen Euro auf nun fast 84 Millionen Euro.

          Etwas an Schwung verloren hat zuletzt der Fondsabsatz. Deka-Chef Stocker hatte im Interview mit der F.A.Z. im Oktober berichtet, dass die Deka im August und September weitere 10 Milliarden Euro verkauft hat und sich der Nettofondsabsatz in 2020 auf 25 Milliarden Euro erhöht habe. Zum Stichtag 30. September weist die Deka nun einen Nettoabsatz von 25,9 Milliarden Euro aus, immerhin mehr als doppelt so viel wie die ein Jahr zuvor erreichten 11 Milliarden Euro.

          Von ihrem verwalteten Kundenvermögen, das im dritten Quartal von 310 auf 323 Milliarden Euro zulegte, lebt die Deka: die darauf anfallenden Gebühren sind ihre wichtigste Einnahmequelle. Insofern sollte sie im vierten Quartal von den bisher gestiegenen Börsenkursen profitieren.

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