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Wertabsturz : Ölpreis-Schock

Die derzeitigen Entwicklungen an den Finanzmärkten lassen Börsianer verzweifeln. Bild: dpa

Die Nachfrage nach Öl bricht wegen der Corona-Krise weg, der Preis stürzt ab. Entscheidend für die künftige Ölpreisentwicklung ist die Frage nach dem Wie und Wann des wirtschaftlichen Neustarts.

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          Der Ölpreis stürzt ab. Der Preis für die amerikanische Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist zumindest vorübergehend ins Negative gefallen. Von der spektakulären Einigung der Ölförderländer auf eine Förderkürzung um fast ein Zehntel der Weltfördermenge haben sich die Ölmärkte offenbar so wenig beeindrucken lassen wie von Plänen in Amerika, eventuell auch in Texas koordiniert die Förderung zu kürzen.

          Das hat vor allem einen Grund: Die Nachfrage nach Öl bricht wegen der Corona-Krise weg. Das Hin und Her der Ölstaaten, die Kompromisse und Tricks bei der als „historisch“ verkauften Einigung sowie Zweifel an der Einhaltung der Kartellabsprachen mögen auch ihren Beitrag zur Unsicherheit am Ölmarkt leisten.

          Ausschlaggebend ist aber derzeit die schwache Nachfrage. Allein im April dürfte die globale Ölnachfrage um 25 bis 30 Millionen Barrel (159 Liter) je Tag unter dem Vorjahreswert liegen, schätzen Analysten. Dagegen nehmen sich die Kürzungen der Ölstaaten um 9,7 Millionen Barrel von Mai an gering aus.

          Entscheidend für die künftige Ölpreisentwicklung dürfte sein, wann und wie stark nach der Krise Wirtschaft und Ölnachfrage anspringen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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