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Amerikas Währungshüter : Das größte Notenbank-Rettungsprogramm aller Zeiten

Der Mann des Dollars: Jerome Powell Bild: AFP

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu bekämpfen, verkündet nun die mächtigste Zentralbank der Welt ihr „Whatever it takes“. Die Anleger reagieren deutlich.

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          Die amerikanische Notenbank hat unbegrenzte Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur und mehrere Kredit-Programme für Unternehmen und Kommunen angekündigt. „Die Federal Reserve verpflichtet sich, die volle Auswahl der Instrumente zu nutzen, um Haushalten, Unternehmen und der amerikanische  Wirtschaft in herausfordernden Zeiten zu helfen“, teilte die mächtigsten Währungshüter der Welt an diesem Montagmorgen in Washington mit.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Notenbank wird nach eigener Ankündigung solange Staatsanleihen und Hypothekenanleihen kaufen, bis die Märkte für diese Wertpapiere wieder eruptionsfrei funktionieren. Aggressive Anstrengungen müssten unternommen werden, um Arbeitsplatz- und Einkommensverluste zu minimieren und um schnelle Erholung zu befördern, forderte die Führung der Fed um den Notenbank-Präsidenten Jerome Powell.

          Die verschiedenen Kredit-Programme in dreistelliger Milliardenhöhe sollen den Finanzmarkt für Kreditkarten-Kredite entlasten, große Unternehmen mit Darlehen versorgen und die Märkte für Unternehmensanleihen und für die Anleihen von Kommunen stützen. Die Fed kauft im Rahmen dieser Programm auch spezielle sogenannte Exchange Traded Fonds (ETF), die den amerikanischen Unternehmensanleihe-Markt abbilden. In Arbeit ist nach Angaben der Fed zudem ein weiteres Programm, dass die Liquidität von kleinen und mittleren Unternehmen sicher stellen soll.

          Die Intervention der Fed folgt mehreren geldpolitischen Maßnahmen in der vergangenen Woche, die alle nicht reichten, die Finanzmärkte abzusichern. Die Unsicherheit nicht nur der Anleger  wächst, weil sich der amerikanische Senat bisher nicht auf ein Notprogramm verständigen konnte.

          Das von der Regierung vorgeschlagene Programm hat ein Volumen von knapp zwei Billionen Dollar: Zentrale Elemente sind Schecks für Familien, Liquidität für kleine Unternehmen und Sonderhilfen für besonders gefährdete Branchen. Die Politiker versuchen heute abermals, einen Kompromiss zu finden, der dann noch vom Repräsentantenhaus abgesegnet werden muss.

          Die Börsen reagierten wiederum auf die Verlautbarung der Fed. In Deutschland verringerten die im Standardwerteindex Dax notierten Unternehmen ihre Kursverluste deutlich. Auch an der Wall Street drehte die Stimmung.

          Die Europäische Zentralbank und die Bank of England hatten ebenfalls schon mit weitreichenden neuen Maßnahmen auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie reagiert. Die EZB legte ein weiteren Kaufprogramm im Volumen von mindestens 750 Milliarden Euro auf.

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