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Comdirect-Übernahme : Commerzbank scheitert im ersten Anlauf

Markenzeichen der Comdirect-Mutter Commerzbankj Bild: Reuters

Nur sehr wenige Aktionäre haben der Commerzbank ihre Comdirect-Aktien angedient. Nun will die Commerzbank einen Plan B verfolgen. Er dauert länger und ist mit Unsicherheiten verbunden.

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          Die Commerzbank hat mit ihrem Übernahmeangebot die Minderheitsaktionäre der Comdirect nicht überzeugen können. Nur 0,3 Prozent der Comdirect-Aktien wurden der Commerzbank zum Preis von 11,44 Euro das Stück angedient. Damit ist es der Commerzbank lediglich gelungen, ihren Anteil an der börsennotierten Tochtergesellschaft auf etwas mehr als 82 Prozent auszubauen. Sie hätte aber mindestens 90 Prozent benötigt, um wie geplant alle Aktionäre aus der Comdirect hinausdrängen und die Direktbank auflösen zu können.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Scheitern im ersten Anlauf liegt unter anderem daran, dass der Investor Petrus Advisers seinen Anteil an der Comdirect nach eigenen Angaben von 5,7 auf rund 7,5 Prozent aufgestockt hat. Petrus pocht auf ein höheres Angebot. Doch die Commerzbank will von einer Erhöhung des Angebots nichts wissen. Sie verfolgt wie angekündigt nun die Zwangsverschmelzung. „Die Integration der Comdirect wird nun mittels direkter Verschmelzung auf die Commerzbank vorangetrieben. Nach Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen erhalten Comdirect-Aktionäre für ihre Anteile Commerzbank-Aktien.“

          Dafür benötigt die Commerzbank auf ihrer eigenen Hauptversammlung und auf der Hauptversammlung der Comdirect eine Zustimmung von 75 Prozent. Die ist deutlich leichter zu erhalten als die gerade nicht geschafften 90 Prozent für das Erwerbsangebot.

          Allerdings gibt es große Unsicherheiten über den Wert der beiden Unternehmen Commerzbank und Comdirect. Die Börsenwerte betragen derzeit 6,5 Milliarden Euro für die Muttergesellschaft und 1,8 Milliarden Euro für die Tochter. Das Umtauschverhältnis wird allerdings auf Basis von Gutachten zum Wert der Comdirect und der Commerzbank bestimmt. Dafür sind die Börsenwerte allenfalls ein Anhaltspunkt.

          Comdirect-Aktionäre aber haben trotz eines immer illiquideren Handels aber die Möglichkeit, ihre Aktien über die Börse zu verkaufen. Dort stieg der Kurs am Mittwoch um rund 1 Prozent auf 12,44 Euro, also exakt ein Euro mehr, als die Commerzbank geboten hatte. Ihr Angebot ist aber nun abgelehnt und ausgelaufen.

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