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Christine Lagarde : Das Jahr der Eule bei der EZB

Christine Lagarde, 64, leitet seit dem 1. November 2020 die Europäische Zentralbank. Bild: Imago

Die ehemalige Weltwährungsfonds-Präsidentin führt seit fast 12 Monaten die Europäische Zentralbank und sieht sich weder als Falke noch als Taube. Sie wollte vieles ändern, doch dann kam Corona und ein neuer Streit um die Geldpolitik.

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          Als Christine Lagarde im vergangenen Jahr erstmals zur Pressekonferenz in die Europäische Zentralbank (EZB) lud, waren selbst langjährige Beobachter der Notenbank hingerissen. War die neue, seit 1. November amtierende Präsidentin doch im Auftreten so anders als ihr Vorgänger, der mitunter ziemlich knorrige Italiener Mario Draghi. Lagarde lächelte, sagte, wie sehr sie sich auf die Zusammenarbeit freue und dass sie ihren eigenen Stil haben werde. „Ich werde anders sein.“ Anders als Draghi, sollte dies wohl bedeuten, aber das sagte sie nicht. Es war auch nicht nötig, denn dies hatten ohnehin alle Anwesenden mitbekommen.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das war vor noch nicht einmal einem Jahr – und doch erscheint es heute wie vor einer Ewigkeit. Denn auch wenn Lagarde tatsächlich im Auftreten so manches anders macht als Draghi, so ist dieses erste Jahr im Amt doch völlig anders verlaufen, als sich die Französin das vorgestellt haben dürfte. Denn bereits nach Lagardes ersten vier Monaten in den Doppeltürmen der EZB in Frankfurt suchte die Welt die größte Gesundheitskrise heim, die es seit langem gegeben hat: Corona.

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