https://www.faz.net/aktuell/finanzen/china-und-pakistan-wollen-afghanen-in-neue-seidenstrasse-einbinden-15358813.html

Riesiger Investitionsplan : China will Afghanen in „Neue Seidenstraße“ einbinden

  • Aktualisiert am

Chinas Außenminister Wang Yi (m.) mit seinen Kollegen aus Afghanistan Salahuddin Rabbani (l.) und aus Pakistan Khawaja Asif (r.) Bild: AP

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bringt eine gewaltige Investitions-Offensive auf den Weg. Nun ist das nächste Land im Visier – Spannungen inklusive.

          1 Min.

          Zu der als „Neue Seidenstraße“ bekannten internationalen Wirtschaftskooperation Chinas soll nach Pakistan auch der gemeinsame Nachbar Afghanistan hinzustoßen. Nach einem ersten Dreier-Treffen der Außenminister der Länder sagte der chinesische Ressortchef Wang Yi an diesem Dienstag, er hoffe auf eine Mitarbeit Afghanistans.

          Das Land habe „dringenden Entwicklungsbedarf“ und könne daher in die bestehende Zusammenarbeit mit Pakistan mit einbezogen werden. China hat mit Pakistan mehrere Infrastrukturprojekte wie etwa Eisenbahn- und Straßenverbindungen von der Volksrepublik zum Indischen Ozean auf den Weg gebracht. Das Schwellenland will diesen sogenannten China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC) um Afghanistan erweitern.

          Allerdings sind die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan angespannt, da die Regierung in Kabul dem südlichen Nachbarn vorwirft, die aufständischen radikalislamischen Taliban zu unterstützen. Pakistans Außenminister Khawaja Asif erwähnte nach dem ersten Dreier-Treffen der Ressortchefs der drei Nachbarländer die Perspektive einer afghanischen Mitarbeit im CPEC nur indirekt: Die „unverbrüchliche Freundschaft“ mit China und die Kooperation in dem Wirtschaftskorridor dienten als Modell für die verbesserte Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten „einschließlich Afghanistans“.

          Pakistans Erzrivale und östlicher Nachbar Indien sieht das mit einem Investitionsvolumen von 57 Milliarden Dollar ausgestattete CPEC hingegen mit Argwohn: Denn Teile der projektierten Verkehrsverbindungen verlaufen durch den pakistanisch-verwalteten Teil Kaschmirs, auf den auch Indien Anspruch erhebt.

          Die „Neue Seidenstraße“ knüpft an die wichtigste Handelsverbindung zwischen China und Europa in der Antike und dem Frühmittelalter an. Es sollen neue Straßen-, Schienen- und Seeverbindungen für den Handel zwischen Europa und Asien entstehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 4. Mai im Straßburg

          Sechstes Sanktionspaket : Die EU nabelt sich von Russland ab

          Mit dem geplanten Ölembargo kappt Europa eine der wichtigsten wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland. Das erhöht vor allem den Druck in Putins politischem Kessel daheim.
          Ende des Prager Frühlings: Russische Panzer im August 1968 in der tschechischen Hauptstadt

          Tschechischer Außenminister : Wir verlassen uns auf Deutschland

          Wir dürfen die Ukrainer nicht alleine lassen. Dazu verpflichtet uns die Erfahrung von 1938 und 1968, schreibt der tschechische Außenminister Jan Lipavsky in einem Gastbeitrag – und appelliert an Berlin.
          Migranten durchqueren in der Nähe von Ciudad Juarez den Rio Bravo, um von Mexiko in die Vereinigten Staaten zu gelangen.

          Kritik an Biden : Was passiert bei 18.000 Grenzübertritten am Tag?

          Trotz der Pandemie steigt die Zahl der Grenzübertritte an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Das setzt Präsident Biden mit seiner Migrationspolitik unter Druck – auch in seiner eigenen Partei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.