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Mit amtlichem Segen : Check 24 startet erste zertifizierte Konto-Vergleichsplattform

Im Zuge der Umsetzung einer europäischen Richtlinie sollte Finanzminister Olaf Scholz eine Kontovergleichsseite eigentlich schon 2018 vorlegen. Bild: EPA

Erstmals gibt es in Deutschland eine Plattform für Girokonten mit TÜV-Zertifikat. Damit endet eine Hängepartie – denn der Finanzminister sollte eine Vergleichsseite eigentlich schon 2018 vorlegen.

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          In Deutschland gibt es jetzt die erste gleichsam amtlich zertifizierte Vergleichsplattform für Girokonten. Das haben das Unternehmen Check 24, das sie betreibt, und der TÜV Saarland, der die Zertifizierung vorgenommen hat, am Freitag mitgeteilt. Die Zertifizierung ist nach einem erheblichen Vorlauf erfolgt, die Internetseite ist nun freigeschaltet und über den Internetauftritt von Check 24 erreichbar.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit findet eine alte Hängepartie ihr Ende: Im Zuge der Umsetzung einer europäischen Richtlinie zu Zahlungskonten sollte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) eine entsprechende Vergleichsseite eigentlich schon im Oktober 2018 vorlegen. Man entschied sich dafür, keine staatliche Vergleichsseite aufzubauen, sondern eine Zertifizierung für private Internetseiten zu entwickeln.

          Die nun fertiggestellte Internetseite weist darauf hin, dass sie keinen vollständigen Marktüberblick gebe, es seien nicht alle Banken dabei, aber immerhin mehr als 500. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man die Banken sortieren lassen kann. Wählt man etwa das Kriterium Kontoführungsgebühren, dann landeten die Bank im Bistum Essen vor der Comdirect und der Commerzbank auf dem ersten Platz. Sortiert man nach Dispo-Zinsen, wird die Mindener Bank (0 Prozent) vor der Sydbank (3,5 Prozent) und der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt (4,6 Prozent) vorn genannt. Zudem lassen sich diverse Nebenbedingungen einstellen, etwa hinsichtlich der Kosten für Barabhebungen.

          TÜV trägt Verantwortung

          Die Möglichkeit einer Zertifizierung durch den TÜV war eingeführt worden, weil befürchtet worden war, dass bestehende private Konto-Vergleichsseiten verzerrende Ergebnisse aufweisen können, wenn die Unternehmen eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen und beispielsweise an sie zahlende Banken besser behandeln als solche, die das nicht tun.

          Jetzt hat der TÜV natürlich die Verantwortung, dass da alles mit rechten Dingen zugeht. Thorsten Greiner, Geschäftsführer des TÜV Saarland, sagte den mutigen Satz: „Die Zertifizierung eines Vergleichsportals bestätigt Verbrauchern, dass sie sich auf objektive Informationen verlassen können – dafür müssen die Betreiber auch sensible Inhalte, Prozesse und Algorithmen offenlegen, die wir umfangreich prüfen und überwachen.“

          Auch Check 24 spricht von einem „objektiven und transparenten Überblick“. Man sei stolz, als erster Anbieter zertifiziert worden zu sein, sagte Geschäftsführer Rainer Gerhard. Check 24 will im Oktober mit einer eigenen Bank namens „C24 Bank“ an den Markt gehen, die unter anderem über Vergleichsseiten auch auf Bankprodukte anderer Anbieter verweisen und so gleichsam wie eine „Dach-Bank“ arbeiten soll.

          Konkurrenten äußerten sich am Freitag etwas kritisch über die zertifizierte Plattform, die eigens für diesen Zweck neu aufgebaut wurde. Max Herbst, Chef der FMH Finanzberatung, kritisierte vor allem, dass nur etwa 50 Prozent der möglichen Girobanken zu finden seien und von jeder Bank auch nur ein Kontomodell. Zudem gebe es nun unter Umständen unterschiedliche Ergebnisse im zertifizierten und nichtzertifizierten Teil der Internetseite. „Aber die Darstellung und die Informationen sind gut“, meinte Herbst.

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