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Charttechnik-Training : Wie funktionieren Stop-Loss-Orders?

  • -Aktualisiert am

Wichtiges Hilfsmittel: Die Stop-Loss-Order Bild:

Wer Aktien kauft, kennt die Angst vor Kursverlusten. Wie man diese begrenzen kann, erklärt Charttechniker Thomas Bopp.

          2 Min.

          Nicht jede Anlageidee bringt Gewinne. Da können die Analysemethoden noch so ausgetüftelt sein. Auch der charttechnische Ansatz geht nicht immer auf. Um für den Verlustfall gerüstet zu sein, gibt es die Möglichkeit, Stop-Loss-Order einzusetzen.

          Wer dies tut, zieht praktisch eine gedankliche Reißlinie. Der Anleger gibt dabei seiner Hausbank im voraus vor, zu welchen Preis er verkaufen möchte. Wird dieses Kursniveau unterschritten, erfolgt der Verkauf automatisch.

          Zur Orientierung dienen Unterstütungen

          Erklären lässt sich dies anhand eines Chartbildes. Blicken Sie dazu auf den ersten unten stehenden Chart. Nach Analyse dieses Altana-Charts hätten Charttechniker Anfang März 2000 Kurspotenzial gewittert. Nehmen wir an, dass daraufhin der Einstieg zu 18 Euro erfolgte. Da erfahrene Börsianer aber nichts riskieren wollen, setzen sie sich auch mit dem Thema Verluste auseinander. Um diese von vorneherein zu begrenzen, suchen sie nach markanten Chartpunkten. Im Falle Altanas lag die Unterstützung bei 17 Euro. Würde die Notiz darunter fallen, drohten rein charttechnisch motiviert weitere Kursverluste. Um Fehlsignale zu vermeiden, sollte der Stop-Kurs etwas unterhalb der ermittelten Unterstützung gesetzt werden. Bei Altana wären 16,75 Euro sinnvoll gewesen.

          Wie geht es nun weiter, nachdem diese Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden? Ganz einfach: Solange sich der Kurs oberhalb der gesetzten Stopp-Marke bewegt, bleibt die Aktie im Depot. Wird die Notiz unterschritten, erfolgt zum nächsten handelbaren Kurs automatisch der Verkauf. Vorzug für den Anleger dabei: schon bei Orderaufgabe weiß er, wie hoch sein Maximalverlust sein wird. Die Größenordnung kann dabei jeder selbst festlegen, entweder durch fixe prozentuale Vorgaben oder durch das Vertrauen auf wichtige Ünterstützungen.

          Verlustbegrenzung als Erfolgsrezept

          Aber die Stop-Loss-Order ist nicht nur zur Fixierung des Maximalverlustes geeignet. Sie hilft auch bei Aktien, bei denen der Anleger bereits auf buchtechnischen Kursgewinnen sitzt. Die Vorgehensweise ist dabei identisch mit der Methode zur Verlustminimierung. Blicken Sie dazu auf den zweiten unten stehenden Chart. Wie Sie sehen, ist das im März 2000 eingegangene Altana-Investment aufgegangen. Daher ging es später nur noch darum, eingefahrene Gewinne abzusichern. In einem ersten Schritt wurde dazu Ende März der Stop nachgezogen. Als neue Orientierungsmarke stieß man auf die Unterstützung bei 19,80 Euro. Und da der Stop immer etwas darunter angesiedelt wird, betrug der richtige Stop-Kurs 19,50 Euro.

          Das Ritual des Setzens neuer Stops wird solange fortgesetzt, bis eines Tages die Reißleine gezogen wird. Bei Altana war dies Anfang 2001 der Fall. Bei 40,80 Euro wurde die Position mit einem Gewinn von 126 Prozent verkauft. Wer dies nicht tat, musste mit ansehen, wie die Aktie danach weiter deutlich nachgab. So idealtypisch wie in unserem Beispiel wird es in der Praxis zwar nicht immer ablaufen. Gerade deshalb ist es aber wichtig, sich immer wieder an den Leitspruch „Gewinne laufen lassen und Verluste minimieren“ zu erinnern. Schließlich kann ein 50-prozentiger Kursrückgang nur durch eine Kursverdoppelung wieder wettgemacht werden.

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