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Charttechnik-Training : Untertassen-Charts kündigen die Kurswende an

  • -Aktualisiert am

Bei Untertassen gewinnen Charttechniker die Oberhand Bild:

Nicht nur schnelle Kurssprünge bringen Gewinne. Chartformationen wie Untertassen bilden sich zwar gemächlich, sind dafür aber verlässliche Signalgeber.

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          Die Untertassenformation ist eine eher gemächliche Art, wie Wertpapiere auf sich aufmerksam machen. Dieses sich nur langsam vollziehende Chartgebilde hat aber auch seine Vorzüge. Vor allem gibt es verlässliche Signale und dient in der Regel als Vorbote einer sehr langfristigen Aufwärtsbewegung.

          Im Gegensatz zu anderen Umkehrformationen, wie zum Beispiel den Kopf-Schulter-Charts (siehe Kursprognose mit Kopf und Schulter), werden die Kursschwankungen immer geringer. Es fehlt an Spontanität - große Kurssprünge im Wochenverlauf sind die Ausnahme. Man könnte meinen, die Aktie schläft.

          Die Untertasse im Deutsche Bank-Chart

          Diese Trendwende zeigt sich im unten stehenden Chartbild durch die starke Ähnlichkeit mit einer Untertasse. Der Kursrückgang verlangsamt sich erst, dann stagniert die Notiz förmlich und unter allmählich wieder auflebender Kaufbereitschaft geht es letztlich wieder nach oben.

          Je länger die Ausbildung dieser Untertasse dauert, desto höher ist das nachfolgende Kurspotenzial. Im ersten Chart sehen Sie im Aktienkurs der Deutschen Bank eine über mehr als zwei Jahre dauernde Bodenbildung. Einer grossen Kurve ähnlich, ist dies der Hauptteil der Untertasse.

          Doch für einen Einstieg ist es da noch zu früh. Der erfahrene Charttechniker wartet erst die volle Ausbildung der Formation ab. Für ein endgültiges Kaufsignal bedarf es an der rechten Seite die Ausbildung einer Plattform. Die Plattform besteht aus zwei Linien. Die erste Linie verbindet Höchstkurs mit Höchstkurs. Die Zweite wird unterhalb der Tiefstkurse parallel gezogen.

          Eine Plattform eignet sich zum Einsteigen ...

          Wann soll man nun einsteigen? Schließlich kann der Kurs sich ewig in diesen beiden Begrenzungslinien bewegen. Mal steigt er, mal fällt er - aber im Grossen und Ganzen tut sich nicht viel. Ein Kaufsignal wird erst generiert, wenn die Aktie mit erhöhtem Umsatz über die obere Begrenzungslinie ausbricht - am besten mit einem Kursloch. Dieser Raum ohne Handel weist auf eine Meinungsänderung im Anlegerverhalten hin - plötzlich will jeder unbedingt dabei sein.

          Beim Beispiel der Deutschen Bank dauerte allein die Ausbildung dieser Plattform ein halbes Jahr. Mit dem Ausbruch kam es dann aber zu einem Anstieg von über 100 Prozent.

          ... aber auch zum Aussteigen

          Wie bei allen Trendwendeformationen, gibt es auch hier eine Topformation, in diesem Fall die so genannte umgekehrte Untertasse. Kommt es zum Ausbruch nach unten, verkaufen die Anleger rigoros. Als Beispiel dient die Condomi-Aktie. Sie hatte in kurzer Zeit rund 40 Prozent verloren. Die Ausbildung der umgekehrten Untertasse verlief hier wesentlich schneller. Ein halbes Jahr lag zwischen Anfang und Ende.

          Ob bei einer Boden- oder einer Topbildung: In beiden Fällen sollte der Ausbruch durch einen deutlich anziehenden Umsatz bestätigt werden. Ansonsten könnte es sich um eine Falle handeln, der nachfolgend eine andere Kursrichtung folgt, als man eigentlich angenommen hattte.

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