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Charttechnik-Training : On-Balance-Volume und Moneyflow - der Sohn besser als der Vater

  • -Aktualisiert am

Auch der Geldfluss in eine Aktie ist ein Signal Bild:

Moneyflow und On-Balance-Volume sind Umsatz-Indikatoren. Sie messen, ob das große Geld in eine Aktie hinein- oder abfließt.

          Schon in früherer Zeit haben sich Anleger mit der Frage beschäftigt, ob Geld in einen Wert hineinfließt oder abgezogen wird. Mit der Untersuchung des Tagesumsatzes ist es nicht ohne Weiteres getan. Deshalb gab es findige Entwickler, die daraus neue Indikatoren entwickelten.

          Einer der Ersten war Joe Granville, der Urheber des „On-Balance-Volume", abgekürzt OBV. Ein Indikator, der nicht nur den Preis zur Berechnung nutzt, sondern den täglichen Umsatz mit einbezieht. Er wird wie alle anderen Indikatoren unter dem Chartbild als Linie angeordnet.

          Grundlage des On-Balance-Volume

          Granville wollte wissen, ob Geld in eine Aktie hinein- oder herausfließt. Dazu wird geprüft, ob die Aktie gegenüber dem Vortag gestiegen oder gefallen ist.

          Beim Anstieg wird der Tagesumsatz zum Vortagesstand des Indikators addiert. Ist die Aktie gefallen, wird der Umsatz vom OBV abgezogen. Der Indikator ist also die Summe des täglichen Umsatzes, die sich ständig erhöht oder vermindert.

          Nutzung des On-Balance-Volume

          Diese Analyse-Methode soll vornehmlich die Aktivitäten des großen Kapitals anzeigen. Ein Trendwechsel der Aktie muss mit einem Trendwechsel im Indikator gleich laufen. Was auch in früheren Jahren vorzüglich klappte. Ein Trendbruch in der Aktie ging einher mit einem Trendbruch im On-Balance-Volume. Aber auch hier schlägt sich die neue Schnelligkeit der Börse nieder. Kursbewegungen, die früher Monate dauerten, werden heutzutage in einer Woche abgearbeitet. Da kommt der OBV nicht mehr mit.

          Im Beispiel der Microsoft-Aktie ist dies eindrucksvoll zu erkennen. Am unteren Rand ist der OBV eingeblendet, mit eingezeichneten Trendlinien. Nicht nur einmal wurde am Hochkurs eingestiegen, oder am Tiefpunkt verkauft - die Trendlinie im Indikator wurde wesentlich später durchbrochen. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt größtenteils gelaufen. In heutiger Zeit ist das Konzept von Joe Granville mehr oder weniger überholt. Dies führte zur Weiterentwicklung zum „Moneyflow-Indikator“, abgekürzt MFI.

          Grundlage des Moneyflow

          Im Gegensatz zum OBV nutzt der MFI nicht nur den Schlusskurs, sondern die komplette Tagesspanne. Schließt der Aktienkurs in der Nähe des Tageshochs, wird davon ausgegangen, dass der Umsatz für diesen Anstieg gesorgt hat. Nach einer speziellen Formel erhöht sich der Moneyflow-Indikator. Umgekehrt wird vorgegangen, wenn der Kurs in Nähe des Tagestiefs schließt. Oszillierend zwischen null und hundert, lassen sich Signalzonen einzeichnen, an denen man ein- oder aussteigt. Unter dreißig ist Kaufen angesagt, über siebzig trennt man sich von der Aktie.

          Moneyflow und Microsoft

          In der Mitte des Chartbilds ist der MFI zu sehen - mit entsprechenden Kauf- und Verkaufzonen. Berührt der Indikator eine der Zonen, wird gehandelt. Selbst ungeübte Augen stellen bessere Signale als im darunter liegenden OBV fest. So konnte man sich in einigen Fällen in der Nähe des oberen Kursextrems von einer gewinnträchtigen Position trennen. Die Kaufsignale waren weniger erfolgreich. Es ging noch einige Prozentpunkte tiefer, bevor der Boden gefunden war.

          Pluspunkt Nummer zwei: Divergenzen

          Ein weiterer Vorteil gegenüber dem OBV, dem Vater dieser Weiterentwicklung: Der Einsatz von Divergenzen.

          Fällt die Aktie, der Indikator jedoch nicht mehr, so ist das positiv und zeigt an, dass es bald nach oben geht. Steigt dagegen die Aktie, der Indikator dagegen nicht mehr, so ist das Top nahe. Im Beispiel sind zwei positive Divergenzen eingezeichnet, die zu massiven Kursanstiegen führten.

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