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Charttechnik-Training : Momentum - Das Pendel der Börse

  • -Aktualisiert am

Das Momentum kann wertvolle Signale liefern Bild:

Charttechnik-Experte Thomas Bopp erklärt, wie das „Momentum" funktioniert und welche Berechnungszeiträume nützlich sind.

          2 Min.

          Das Momentum, der „Vater vieler Oszillatoren“, ist einer der einfachsten und vielseitigsten Indikatoren schlechthin. Mit ihm lässt sich eine Überhitzung feststellen und er kann zum Aus- oder Einstieg am Kapitalmarkt benutzt werden.

          Seine Signale können kurzfristig, aber auch langfristig genutzt werden, wie das Beispiel Dax zeigt.

          Aufbau des Momentums

          Stellen Sie sich ein Pendel vor. Es schwingt von links nach rechts. Haben Sie es in Bewegung gesetzt, ist der Schwung stark. Nach einiger Zeit lässt der Schub immer weiter nach. Links und rechts kommen sich immer näher. Im Prinzip ist das Momentum dasselbe. Es zeigt klar und deutlich, wann der Spaß ein Ende hat. Beim Pendel ist am linken oder rechten Ende die Stelle, an der keine Kraft mehr vorhanden ist, weiter zu schwingen. Die Bewegung stoppt, dreht, geht zur anderen Seite. Dort beginnt das Spiel von vorne.

          Aber wie wird nun das Momentum berechnet? Man nimmt den heutigen Kurs und zieht den Schlusskurs vor fünf Tagen ab. Das Ergebnis, ein Fünf-Tage-Momentum, ist eine positive oder negative Zahl, um die Null-Linie schwankend. Ist die Zahl positiv, ist der Kurs gestiegen. Eine negative Zahl steht für Kursverluste. Jeden Tag berechnet, kann man diese Linie auswerten. Nun dauern positive Bewegungen ja nicht ewig. Irgendwann nehmen Investoren Gewinne mit. Das Momentum lässt nach - im Vergleich mit dem Kurs vor fünf Tagen. Die positive Zahl wird kleiner. Die Schwungkraft schwindet. Und anhand dieser Zu- und Abnahme des Momentums ist auf einfachste Weise zu erkennen, in welchem Stadium der Bewegung man sich befindet.

          Der Unterschied Momentum und Rate of Change

          Ein Zwillingsbruder, der zwar gleich aussieht, aber doch einen kleinen Unterschied aufweist, heißt „Rate of Change“. Abgekürzt „ROC“, zeigt er die gleiche Linie an, nur auf prozentualer Basis. Wenn der Dax in fünf Tagen von 5.000 auf 5.500 steigt, hat das Momentum den Wert plus 500, der ROC weist dagegen plus zehn Prozent aus.

          Einsatzmöglichkeiten am Beispiel Dax

          Die Einstellung des Zeitbereichs sagt immer etwas über das Anlageverhalten des Anlegers aus. Wird ein Fünf-Tage-Momentum benutzt, will man kurzfristige Signale. Eine Einstellung von zwanzig Tagen ist mehr etwas für mittelfristige Anleger.

          Im historischen Beispiel des Dax ist gleich unterhalb des Chartbildes beides eingeblendet. Die Schwankungen mit fünf Tage-Berechnung findet man in der Mitte, die zwanzig Tage-Berechnung ganz unten. Wie nutzt man das aus? Man versucht Divergenzen ausfindig zu machen. Zwei davon sind eingekreist. Der Dax fällt weiter, während die Schwungkraft schon nachlässt und der kurzfristige Indikator kein neues Tief gemeinsam mit dem Index bildet.

          Mittelfristige Signale werden anders generiert. Eingestiegen wird, wenn die Linie aus dem Minus ins Plus dreht. Der Ausstieg erfolgt umgekehrt. Im Beispiel sind die Signale durch grüne und rote Balken markiert, im Indikator ebenfalls. Daraus wird erkennbar: Seit Mitte Juni 2001 wurde der Ausstieg empfohlen, ab Anfang Oktober nahe des Tiefs erneut investiert. Wer also wenig handeln will, dem ist diese mittelfristige Sicht zu empfehlen.

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